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"Der Tod ist erst der Anfang."

1290 vor Christus: Der Hohepriester Imhotep (Arnold Vosloo) und die Geliebte des Pharaos Anck-Su-Namun (Patricia Velásquez) führen eine heimliche Beziehung. Eines Nachts fliegt die Affäre jedoch auf, wodurch beide den Pharao töten. Anck-Su-Namun nimmt sich sogleich das Leben. Imhotep will ihre Seele in der Stadt der Toten mittels eines Beschwörungsrituals zurückholen. Während dem Ritual wird er aber von der Leibwache des Pharaos festgenommen. Als Strafe für seinen Verrat wird Imhotep lebendig mumifiziert, mit einem Fluch belegt und in Hamunaptra zu Grabe gelegt.
Hamunaptra bleibt ihres Reichtums wegen über Jahrhunderte hinweg eine umkämpfte Wüstenstadt. Im Jahr 1923 verteidigt der Amerikaner Rick O'Connell (Brendon Fraser) die Ruinen von Hamunaptra mit einer französische Fremdenlegion gegen ein zahlenmäßig überlegenes Beduinenvolk. Er überlebt den Angriff und flüchtet zu Fuß durch die Wüste.
Ein paar Jahre später retten ihn die Bibliothekarin Evelyn (Rachel Weisz) und ihr Bruder Jonathan (John Hannah) vor der Hinrichtung. Beide sind an O'Connell's Wissen über die Position von Hamunaptra interessiert, denn sie sind im Besitz eines Schlüssels der den Reichtum der Wüstenstadt offenbaren soll. Vor Ort entdecken sie mit einer zweiten Gruppe Amerikaner das sogenannte Buch der Toten. Evelyn liest daraus vor und erweckt damit den zur Mumie verwesten Imhotep zum Leben. Dieser macht sich sogleich auf die Suche nach seinen Organen, um sich wiederherzustellen.

"Die Mumie" aus dem Jahre 1932 gilt als einer der Klassiker des Horrorgenres und war entsprechend erfolgreich. Mehr als sechzig Jahre später hat sich Regisseur Stephen Sommers ("Van Helsing", "G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra") einer Neuverfilmung angenommen, die insbesonders durch ihre Tricktechnik beeindruckt und endlich mal wieder ein Action-Abenteuer im Stile der "Indiana Jones"-Reihe bietet.

An der Geschichte hat sich nur wenig verändert. So wie im Original sind es einige unbedarfte Abenteurer, die das titelgebende Monster erwecken und spätere Konsequenzen hinnehmen müssen. Zuvor gibt es ein wenig Figurenzeichnung und eine opulente Weltenbeschreibung. Die obligatorische Romanze ist absehbar. Ebenso das positive Ende.

Eine Verwässerung des Genres könnte man dem Film vorwerfen, dessen Vorlage doch so eindeutig dem Horror entspringt. Und tatsächlich machen die einfältigen Figuren "Die Mumie" des Öfteren ordentlich komisch bis hin zu albern. Neben diesen Gags gibt es aber auch immer wieder gruselige und grausige Szenen. Die Mischung ist ausgewogenen und somit für ein Massenpublikum geeignet.

Die Große Stärke von "Die Mumie" sind die Optik und die Effekte. Zahlreiche Statisten und detailreiche Kulissen machen das vergangene und das heutige Ägypten überaus lebendig, Massenszenen und weitsichtige Landschaftsaufnahmen untermalt von einem orchestralen Soundtrack episch.
Die Animation des titelgebenden Untoten ist wuchtig. Kleinste sichtbare Fasern der Verbände und knochige Bewegungsabläufe sind nur nebensächliche Wunder der digitalen Technik. Wenn die Mumie ihr Gesicht bewegt ist dies schon beängstigend echt. Neben dieser Figur sehen auch natürliche Katastrophen und Bauten organisch aus.

Brendan Fraser ("Tintenherz", "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde") geht in seiner Rolle völlig auf. Seine selbstironische Darstellung passt wunderbar zu seiner kindlich, heldenhaften Figur. Rachel Weisz ("Duell - Enemy at the Gates", "Constantine") wirkt etwas hölzern. Die weiteren Nebendarsteller fügen sich dagegen solide ein.

"Die Mumie" ist zwar hin und wieder unangemessen lustig sowie etwas holprig und überhastet erzählt, dennoch unterhält das Action-Abenteuer gut. Die Mischung aus Grusel, leicht comichafter Action, geradliniger Handlung und einfacher Figurenzeichnung funktioniert. Besonders die eindrucksvollen Effekte und die epische Atmosphäre hallt noch länger nach.

8 / 10

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