Review

Schlechte Komödien gab es in den 80ern wie Sand am Meer. Gute Komödien kamen und hinterließen Sequels. Diese Zwischendinger haben dann letzendlich keine große Erinnerungsfunktion. Drei Amigos! ist eines dieser Zwischendinger. Der Film ist erfrischend anders und folgt nicht sklavisch dem Mainstream dieser Zeit, aber wie gesagt, den meisten Leuten wird der Film einfach nichts sagen.

Vielleicht liegt es gerade an der vergleichsweise neuen Thematik, dass dieser Film nicht sonderlich bekannt ist. Hier geht es mal nicht um coole Cops in New York, L.A. oder Beverly Hils (Höfliche Anspielung meinerseits). Hier geht es auch nicht um dümmliche Polizisten (Noch eine Anspielung). Hier geht es einfach mal um drei Filmstars, die immer wieder heldenhafte Amigos in ihren Stummfilmen dargestellt haben, gefeuert werden und eines Tages in einem Dorf als vermeintlich echte Helden gegen wiederum echte Schurken eingesetzt werden. Nun, das spielt halt alles irgendwann Anno Tonfilm-Aufmarsch und später in einem mexikanischen Dorf, dass man letzerem nicht unbedingt viel Prestige abgewinnen kann klingt verständlich. Immerhin reduziert sich alles auf Wüste, ein paar hügelige Landschaften, Festungen im Sandmeer und falls ich es nicht gesagt hab... Wüste - und nebenher auch die heiße Atmosphäre eben genannter.

Die drei Hauptdarsteller dürften beinahe jedem geläufig sein. Steve Martin, Chevy Chase und Martin Short. Gerade hier sollte mal erwarten, dass besonders Steve Martin zur Höchstform aufläuft, aber nein... er ist zwar präsent und hat auch viele Gags auf seiner Seite, aber gegen Ende wirkt er zusehens gelangweilt. Chevy Chase spielt sich lustig durch den Film (Auch wenn er sich in einer Liebesstory verstrickt, die das Tempo des Films schön in den Keller zieht) und Martin Short überrascht wirklich mal mit seiner erstaunlich lustigen Ader; tatsächlich ist auch er es, der einige der lustigsten Szenen beherrscht.

Am Aufbau lässt sich nicht viel meckern, grundsolide. Die Kameraeinstellungen sind zwar hier und da schön verspielt, aber auch in diesem Film gibt es unsinnige "Filmen-wir-doch-mal-unnötigerweise-ein-Gesicht" Passagen. Die Musik ist halt typisch Mexiko, was will man da jetzt auch besonderes erwarten?

Einige Gags haben kultverdächtigkeit, wie z.B der singende Busch, der im Zusammenhang mit dem eigentlichen Humor des Films wirklich aus der Reihe schlägt. Oder auch wenn Short durstig seine Wasserbüchse nimmt und ihm Sand in den Mund fliegt. Dem letzendlichen Finale mit dem Flugzeug sieht man wiederrum seine Künstlichkeit an und übermäßig spektakulär ist das dann auch wieder nicht.

Fazit

Lustiger Zeitvertreibt mit einigen gut aufgelegten Darstellern und erinnerungswürdigen Gags. Die Nonstop-Lach Komödie ist das zwar nicht, aber zumindestens mal was anderes und das kommt meistens immer gut an.

Knappe
8/10

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