Wer hier eine typische Adam Sandler Slapstick-Komödie erwartet, wird überrascht sein, denn „50 erste Dates“ (ist) sollte eigentlich mehr ernsthaftes Kino sein.
Hierbei zeigt sich auch das Problem des Films, denn letztendlich konnte man sich offensichtlich nicht wirklich zwischen Ernsthaftigkeit und Klamauk entscheiden.
Der Tierarzt Henry Roth (Adam Sandler), eigentlich ein Fan kurzer Affären, verliebt sich in Lucy Whitmore (Drew Barrymore). Schon bald stellt er aber fest, dass es ein gravierendes Problem gibt, denn Lucy hat ihr Kurzzeitgedächtnis bei einem Unfall verloren und erinnert sich nach dem ersten Date nicht mehr an ihn. Nun muss er jeden Tag wieder ihr Herz erobern.
Eine interessante Grundlage wäre gegeben, aber statt diese zu nutzen, wird der Film durch stupide Slapstickeinlagen verpfuscht.
Eine kleine Auflockerung der Dramaturgie schadet nicht, aber das Gezeigt ist so infantil dämlich, dass man eher weinen als lachen könnte. Weshalb hier flache Gags wie kotzende Walrösser, nervige, stupide Nebencharaktere, die üble Klischees verkörpern (Bodybuilder, Transe), integriert wurden, ist hinsichtlich dem Folgenden nicht nachzuvollziehen.
Im zweiten Teil des Films, in dem mehr auf die Beziehung der Protagonisten eingegangen wird, funktioniert das Ganze auch, weil es nun das ist, was es sein soll, eine Tragikomödie. Die Dialoge zwischen Lucy und Henry sind die wahren Highlights des Films. Der Dialogwitz ist grandios. Sandler und Barrymore verkörpern ihre Charaktere in dieser Phase des Films erstaunlich gut. Die skurrile Beziehung beider gibt dem Betrachter schließlich auch endlich Anlass zu schmunzeln. Ein Störfaktor ist allerdings die neue Synchronstimme von Sandler. Sie ist nicht nur ungewohnt, sondern völlig deplaziert. Diese „slow motion Stimme“ passt überhaupt nicht zu seiner Figur.
Das Ende ist wiederum sehr kitschig gestaltet. Es ist Geschmackssache, aber in diesem Fall stört es nur bedingt, weil das klassische Schema F umgangen wird.
Schade, „50 erste Dates“ verheizt eine an sich interessante Story durch deplatzierten Klamauk. Wäre man mit dem Humor etwas subtiler umgegangen, hätte eine ordentliche Tragikomödie entstehen können. So wird das Geschehen, obwohl es gute Ansätze gibt, aufgrund stupider Gags getrübt. (4,5/10)