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„50 erste Dates“ ist nach „Eine Hochzeit zum Verlieben“ Adam Sandlers zweiter Film mit Drew Barrymore und nach „Die Wutprobe“ sein zweiter Film unter der Regie von Peter Segal.
Henry Roth (Adam Sandler) arbeitet als Tierarzt auf Hawaii und genießt das süße Lotterleben: Er macht sich an Touristinnen heran, macht sich eine schöne, aber kurze Zeit mit ihnen und hat danach keinen weiteren Kontakt mit ihnen. Das verwurstet „50 erste Dates“ in einer amüsanten Anfangssequenz, die zudem noch Raum für einen Auftritt von „King of Queens“-Star Kevin James lässt.
Doch dann trifft Henry auf Lucy Whitmore (Drew Barrymore) und verliebt sich ernsthaft in sie. Die Gute hat jedoch ein Problem: Seit einem Unfall hat sie kein Kurzzeitgedächtnis mehr und vergisst den vergangenen Tag, sodass Henry sie jeden Tag neu kennen lernen muss…

Für Sandler-Verhältnisse ist „50 erste Dates“ ein wirklich zurückhaltendes Werk geworden, denn es gibt erstaunlich wenig derben Humor. So wollen auch hier viele der gröberen Gags wie ein kotzendes Walross, Lucys mit Steroiden vollgepumpter Bruder Doug (Sean Astin) und der zwischen Mann und Frau schwankende Gender Trouble, mit dem Henry zusammenarbeitet, nicht zünden. Einzig und allein Ula (Rob Schneider), Henrys vertrottelter Kumpel, der so einiges an Wunden, Schlägen und Erniedrigungen ertragen muss, sorgt mit seinen wenig feinfühligen Auftritten für einige Brüller.
Ansonsten ist der Humor zurückhaltender und feiner, bietet einigen Dialogwitz und macht aus Sandler keine Witzfigur. Stattdessen handelt es sich bei „50 erste Dates“ eher um eine absurde Romantic Comedy, deren Grundidee aus „Und täglich grüßt das Murmeltier“ und „Memento“ übernommen wurde, die aber ziemlich gut unterhält. Stellenweise ist das Treiben überraschend emotional und hat sogar ein paar traurige Momente, wenn Lucy mit ihrer Krankheit konfrontiert wird. Sehr schön ist auch das Ende, das sich nicht dem üblichen Kitsch hingibt und drauf verzichtet Lucy auf wundersame Weise zu heilen.

Jedoch hat „50 erste Dates“ einfach in seinem Mix ein paar Probleme, denn das Hin und Her zwischen Romantik, abgedrehterem Witz und teilweise grobem Slapstick wirkt beizeiten etwas zu uneinheitlich, sodass man immer wieder aus der Geschichte herausgerissen wird – zumal der Plot auch nicht sonderlich originell ist. Große Überraschungen gibt es auch nicht, aber die erwartet man bei einer Romantic Comedy eh nicht: Unser Paar kriegt sich nach Irrungen, Wirrungen und Komplikationen.
Das Gespann Adam Sandler/Drew Barrymore spielt jedoch recht gut und gewinnt Sympathien, da die Chemie zwischen den beiden einfach stimmt. Rob Schneider kalauert rum wie üblich, sorgt aber stets für Erheiterung, während Sean Astin als prolliger Muskelprotz kaum wieder zu erkennen ist, aber auch zeigt, dass er kein Vollblutkomiker ist. Ziemlich gut ist Blake Clark als Lucys Vater, Dan Akroyd hat eine nette, aber wenig auffällige Gastrolle als Arzt.

Unterm Strich ist „50 erste Dates“ nette Unterhaltung, die für Sandler-Verhältnisse überraschend wenig grotesken Humor und dafür mehr Herz bietet. Kleine Längen und eine gewisse Uneinheitlichkeit trüben den Spaß jedoch, weshalb er nicht zu Sandlers besten Filmen aufschließen kann.

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