"Hast du irgendeine Ahnung wer ich bin?"
Henry Roth (Adam Sandler) ist Tierarzt in einem Zoo für Meerestiere auf Hawaii. Durch Bindungsängste zieht er die Gesellschaft einsamer Touristinnen einer dauerhaften Beziehung vor. Dies ändert sich, als er die lebensfrohe Lucy Whitmore (Drew Barrymore) kennenlernt. Unglücklicherweise verlor Lucy bei einem schweren Autounfall ihr Kurzzeitgedächtnis, wodurch sie Henry nicht in ihrer Erinnerung behält und stets den gleichen Tag durchlebt. Ihr Vater Marlin (Blake Clark) und ihr Bruder Doug (Sean Astin) stellen dafür immer die gleiche Zeitung und den gleichen Ablauf zur Verfügung, damit Lucy nicht die traurige Wahrheit erfährt. Marlin versucht ebenso den Kontakt zwischen Henry und Lucy zu unterbinden. Aber Henry lässt nicht locker und versucht eine Beziehung zu ihr aufzubauen, obwohl er sie täglich neu erobern muss.
Von Adam Sandler ("Bedtime Stories", "Mr. Deeds") ist man, trotz einigen ernsthafteren Rollen, einiges gewohnt. Neben kitschigen Geschichten sowie Klischess am laufenden Meter ist auch der mal derbe oder mal zotige Humor nicht jedermanns Sache. Auch "50 erste Dates" stellt in dieser Hinsicht keine Ausnahme dar, kriegt aber nach einigen Einführungsminuten doch noch die Kurve.
Wer in Fontänen kotzende Walrösser, sexuell frustrierte osteuropäische Mannweiber oder mit Beleidigungen um sich werfende asiatische Rentner zu seiner humoristischen Vorzügen deklariert, wird die ersten Minuten der romantischen Komödie definitiv lieben. Denn zunächst ist das Niveau der Gags weit unter der Gürtellinie angesiedelt.
Mit fortschreitender Laufzeit wandelt sich aber der Humor. Wortwitz und Situationskomik lösen Fäkalhumor und Albernheiten nahezu ab. Und auch der Anspruch steigt spürbar.
Inhaltlich bleibt "50 erste Dates" seinem Genre treu. Weder Charaktere noch die Handlung weisen außerordentliche Tiefen auf. Dennoch bietet die Komödie auch dramatische Aspekte. Das Problem von Lucy, die Ereignisse stets gänzlich zu vergessen, ist nicht nur der Auslöser für viele Lachnummern, sondern regt auch zum nachdenken an. Kurze Verschnaufpausen rücken die fiktive Krankheit für kurze Zeit in den Fokus und sind ähnlich rührend wie die arg überzuckerte Romanze.
Der Soundtrack passt wunderbar zur Kulisse auf Hawaii, versprüht einen ordentlichen Hauch von Sommer sowie karibischer Atmosphäre. Auch technisch ist "50 erste Dates" Dank seiner ruhigen Präsentation gelungen.
Die Darsteller sind eher zweckmäßig. Glücklicherweise erweist sich die Interaktion Adam Sandler's mit seiner Filmpartnerin Drew Barrymore ("Scream – Schrei!", "E. T. – Der Außerirdische") als stimmig, in den humorvollen wie auch den rührseligen Szenen.
Sean Astin ("Die Goonies", "Der Herr der Ringe"-Reihe) sowie Blake Clark ("Roseanne") passen sich an ihre Vorgaben an, während Dan Aykroyd ("Ghostbusters"-Reihe) und Rob Schneider ("Judge Dredd") unnötiges Schmückwerk bilden.
"50 erste Dates" hangelt sich in manchen Szenen am Rand des Geschmacklosen entlang, findet nach einem holprigen Einstieg jedoch die richtige Art Witz, um respektvoll und gleichzeitig überaus belustigend mit seinen Themen umzugehen. Nicht alle Gags zünden, manche sind dafür aber überaus einfallsreich. Natürlich kommt auch in dieser Romantikkomödie die obligatorische Portion Schmalz nicht zu kurz. Irgendwie gehört es aber dann doch dazu.
8 / 10