Zwar klagt Peter Jackson heute noch darüber, für die „Frighteners“ nur ein ziemlich mageres Bugdet zur Verfügung gehabt zu haben (gut – vergleicht man mit seinen aktuelleren Werken, mag das vielleicht so erscheinen), dennoch sieht man das seinem Hollywood-Einstand ganz bestimmt nicht an! Selbst wenn es der Fall wäre, würde der irrwitzige, pfiffige Stil dieser Komödie selbst das noch vollkommen überspielen.
Zur Handlung: Geisterjäger John (noch ohne Parkinson: Michael J. Fox), der wegen eines Unfalls dazu in der Lage ist, Geister von Verstorbenen zu sehen und mit ihnen zu kommunizieren, betrügt regelmäßig Leute. Er arbeitet mit den Geistern zusammen, die für ihn ahnungslose Haushalte aufmischen, nur damit man ihn anruft und für teures Geld die Bude „säubern“ lässt. Doch seine Betrügereien in einem Provinzkaff fliegen zu schnell auf und als ein wirklich böser Geist sein Unwesen treibt und Menschen per Herzattacke dahinrafft, fällt der Verdacht schnell auf ihn und er muss die Mordserie schleunigst stoppen...
Ein echtes Juwel, die Frighteners. Jacksons erste Arbeit in Amerika zeichnet sich - im Vergleich zu seinen nicht minder genialeren Werken zuvor – durch deutlich bessere Tricks aus, und das ohne dass der „Herr der Ringe“ – Macher etwas von seinem einzigartigen Stil, Horror mit Humor zu verknüpfen, vermissen lässt. Dabei wird die Derbo-Anzeige zwar nicht bis zum Anschlag hochgedreht, dennoch sind einige Einlagen nichts für Zartbesaitete! Noch viel weniger schonungslos ist das Maß an Schwarzhumorigkeit, mit der hier der neuseeländische Mastermind mal wieder um sich wirft; das morbide Hauptthema des Streifens bietet ja auch reichlich Platz dafür. Aber auch nebenher gibt’s massig Lachstoff, schaut man sich allein schon die Charaktere an: Over the Top in den Nebenrollen beispielsweise die Yuzna/Gordon-Standarte Jeffrey Combs als durchgedrehter FBI-Agent, der sich jedes Mal übergeben muss, wenn Frauen zu schreien anfangen, oder R. Lee Ermey als verstorbener Drill-Sergeant, der hier ganz deutlich sich selbst in seiner legendären Rolle in „Full Metal Jacket“ aufs Korn nimmt! Bleiben noch die restlichen Geister und Kollaborateure von Michael J. Fox zu erwähnen, die allein durch ihr Auftreten durch die Bank weg jeden nur erdenklichen Vogel abschießen - also kurzum: hier ist für beste Unterhaltung gesorgt!
Die Tricks hauen heutzutage bestimmt keinen mehr vom Hocker, schauen aber trotzdem nett aus und bieten keinen Spielraum für Mängel. Alles andere Handwerkliche stimmt sowieso und da möchte man auch sehr gerne über die mitunter etwas wirr erzählte Geschichte hinweg sehen und genießt Peter Jackson in Reinstform – ohne zu starke Amerikanisierung und mit Sicherheit nicht hundertprozentig politisch korrekt!
Die vor geraumer Zeit erschienene 3-Disc-Special Edition ist uneingeschränkt zu empfehlen, die Single Edition tut es aber auch – astreine Bild- und Tonqualität sowie für Jackson typisch massig Extramaterial ergeben ein DVD-Musthave in jeder gut sortierten Horrorsamlung!