Peter Jacksons Horrorkomödie „The Frighteners“ kann als Übergang vom Independent-Kino der Sorte „Braindead“ und „Meet The Feebles“ zum Big-Budget-Blockbuster-Bombast à la „King Kong“ und „Herr der Ringe“ betrachtet werden. Mit einem verglichen mit seinen frühen kultgewordenen Gehversuchen stattlichen Budget wurden ganz ausgezeichnete Computeranimationen realisiert und ein Michael J. Fox („Zurück in die Zukunft“) als Hauptdarsteller verpflichtet, die „The Frighteners“ zu einer rasanten Mischung aus Real- und Animationsfilm machen. Für die musikalische Untermalung sorgte Danny Elfman, ein weiteres Indiz für den veränderten Charakter dieses Jackson-Werks. Der Humor wendet sich eher an ein Massenpublikum und ist dementsprechend nicht mehr so derbe wie beispielsweise in „Braindead“, hat seine parodistischen und schwarzen Noten aber nicht bis zur Unkenntlichkeit durch den Weichspüler gedreht. Der Unterhaltungsfaktor ist hoch und Nebendarsteller wie Jeffrey Combs („Re-Animator“) tragen ihren Teil dazu bei, dass auch Genre-Freunde ihre Wiedererkennungsmomente bekommen. Was den Animationsteil betrifft, sticht die düstere, gruselige Darstellung des Sensenmanngeists besonders hervor, die manch jüngeren Zuschauer davon zu überzeugen vermag, dass dieser Film vielleicht doch nicht für die ganze Familie geeignet ist. Eine technisch einwandfreie Umsetzung, zündender Humor, trotz leichter Überlänge hohes Tempo und ein Drehbuch, das über genug spannende Momente verfügt, machen „The Frighteners“ zu einem großen Spaß. Und spätestens, wenn R. Lee Ermey als toter Friedhofswärter seine Rolle aus „Full Metal Jacket“ durch den Kakao zieht, wird auch der kritischste Cineast sich ein Schmunzeln nicht verkneifen können. Trotzdem hätte ich mir das Drehbuch noch etwas frecher gewünscht, Jacksons Zugeständnisse an das Mainstream-Publikum stimmen ein wenig wehmütig und machen „The Frighteners“ zu einem leicht konsumierbaren Produkt, dessen Langzeitwirkung ich zu bezweifeln wage. Davon sollte sich aber niemand abhalten lassen, sich gute eineinhalb Stunden animierten Gruselspaß auf hohem Niveau zu gönnen.