Review
von Leimbacher-Mario
FuturisticFantasticCrayCrayWeirdoPsychedelicSh*t
„Stridulum“ aka „The Visitor“ ist ein kurios-kirrer Kultfilm aller erster Kajüte, ein Mitternachspolarisierer, der sich über die Jahre zu einem Faszinosum, Fanfavoriten, Hassobjekt und Kopfkratzer in einem gemausert hat - besonders unter Einfluss bewusstseinserweiternder Substanzen. In dem lange Zeit verschollenen und missverstandenen Kultphänomen geht es um ein junges, mindestens ziemlich zickiges, eher durchaus böses Mädchen mit übernatürlichen Fähigkeiten, das geboren/gesandt worden sein soll, um die Menschheit irgendwann auszulöschen oder zu versklaven. Doch im ewigen Kampf Gut gegen Böse wurde auch ein Mann geschickt, der solche drakonischen Kinder vernichten soll... Doch dass die Story zügig in den Hintergrund rückt, wird einem schneller klar als man „Damiens trippige Schwester“ sagen kann.
Selbst wenn ich bei diesem ersten Treffen mit ihm kaum etwas verstanden oder die vielen Puzzleteile kaum korrekt zusammensetzen konnte, kann und will ich mich der Anziehung und Faszination von „Stridulum“ nicht wirklich entziehen. Die Vision ist wirr und riesig, die Elemente sind kryptisch und religiös, die Geschichte ist abstrakt und undurchsichtig, die Inszenierung wild bis chaotisch. Es gibt viele berühmte Gesichter zu entdecken, z.B. Sam Peckinpah in einer seiner wenigen Rollen vor der Kamera oder einen noch recht jungen Lance Henriksen. Das Ganze hat psychedelische Vibes, eine sonderbare Lichtershow, abseitig und fast schon (positiv) weltfremd. Der Score ist nicht umsonst ein beliebtes Sammlerstücke und hat wirklich sehr gelungene Tunes und Riffs. Doch Sinn und Logik muss man hier ignorieren. Einfach einziehen lassen und verwirrt entweder hassen oder lieben. Oder sich noch nicht ganz entscheiden, wie ich. Feigling.
Fazit: „Das Omen“ auf Pilzen und LSD?! Kult durch und durch. Mysteriös und weird. Wunderschön, dass der wiederentdeckt wurde und mittlerweile etliche Fans gefunden hat. Alienivasion, Bad Child-Horror, Okkultismus, Kunstinstallation, Gut-gegen-Böse-Epos, Drogentrip. Alles drin, alles dran, in seinem Bann. Fein fein. Nur ich kann noch nicht durchgängig damit etwas anfangen. Mit Betonung auf noch.