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Ja, ja, jedes Haus hat seine Geschichte. Das in Amityville hat eine, jenes in „Poltergeist“ auch. Nun gesellt sich zu diesen Spukgeschichten ein Kabuff dazu, ein „Cubbyhouse“, ein mickriges Gartenhäuschen.
Warum auch nicht, Hauptsache, die Geisterbahnfahrt bietet ein paar Schauwerte und die sind, auch wenn sie nichts Überragendes bieten, soweit ganz nett.

„Nett“ trifft in der Tat auf das Endergebnis zu, denn der Film könnte auch aus der familientauglichen Disney-Ecke stammen, kommt aber aus Australien.
Hierher zieht auch Mutter Lynn mit ihren drei Kindern nach ihrer Scheidung. Ist zwar eine Bruchbude, aber Hauptsache Dach überm Kopp.
Allerdings wusste Mom nichts von dem 30 Jahre zurückliegenden Ritualmord, der an zwei Kindern in dem Spielhäuschen verübt wurde.
Schon bald betreten die beiden jüngeren Kinder das kleine Häuschen und ein Dämon ergreift Besitz von ihnen. Der fast erwachsene Sohn Danny (Joshua Leonard) und Nachbarstochter Bronwyn versuchen das Schlimmste zu verhindern.

Konventioneller kann ein Spukhausfilm kaum ausfallen, dennoch unterhält er mit Charme, Witz und ein paar fast annehmbaren Computertricks.
Besonders die vorhersehbaren Abläufe rufen zuweilen ein Schmunzeln hervor. Mutti glaubt bis fast zuletzt an gar nichts, ein Freak, der damals alles miterlebt hat, stößt irre Warnungen aus und wenn der Spuk richtig ernst wird, denken die Bewohner als allerletztes an Auszug, - schließlich muss der Dämon ja bekämpft werden.

Und dieser zeigt sich zunächst durch verselbstständigte Lianen und CGI-Wanzen, später auch durch umherfliegende Werkzeuge und einen zerlegten Gartenzaun, dessen Einzelteile zu Speeren umfunktioniert werden.
Da werden aber höchstens ein zwei Leute verletzt, einen Kehlenschnitt habe ich noch wahrgenommen, aber das war´s.
Nein, allzu düster geht es hier nicht zu und die Muster gängiger Spukhausfilme werden auch brav abgearbeitet. Spaß bringt es aber trotzdem, vorausgesetzt, man erwartet keinen fesselnden „Haus bringt sämtliche Protagonisten um den Verstand und lässt sie ihre Nachbarn morden“ – Faktor, denn der ist gewiss nicht gegeben.

Vielmehr gibt sich der Dämon harmlos (aber technisch aufgeschlossen), schleust sich in Moms PC ein, sorgt für Begrabbeln zwischen den Helden und lässt ein paar Randfiguren per Schlingpflanze verschwinden. Zwischendurch flüstern die Stimmen der verstorbenen Kinder noch unverständliches Zeug und locken damit Mom Lynns Nachwuchs in die Öddelhütte.
Später vollziehen die Kinder dämonische Riten und sind stets darauf bedacht, böse zu gucken, während der Übeltäter von damals in der Anstalt einsitzt, nun aber bekehrt scheint und wie durch Telepathie zum Showdown bereit steht, - mit dem Büchlein des kleinen Exorzismus, in dem steht, wie man just diesen Spielhausdämonen wegmachen kann.

Die Darsteller sind insgesamt tauglich: Joshua Leonard („Blair Witch Project“) spielt locker, aber sympathisch die Hauptrolle, Jerome Ehlers meistert seine Doppelrolle als Psychopath und Psychopath ganz ordentlich, nur bei den Kindern muss man sagen: Sie spielt gut, er nicht.
Weil ER aber nicht gut spielt, gibt es einen weiteren Anlass zum Schmunzeln.

Technisch ist das Ganze auch nicht sonderlich ausgereift, die Tricks bewegen sich teilweise auf 80er-Niveau, die CGIs sind als solche durchweg erkennbar und rotleuchtende Klüsen bei Puppen hat man auch schon mal angsteinflössender gesehen. Doch das fügt sich in die leicht naive Inszenierung, die keinen Durchhänger mit sich herumschleppt.

Anspruchsvolle Zuschauer werden hier bei Weitem kein Neuland entdecken, doch manchmal bringt es auch Freude, das „Übliche“ präsentiert zu bekommen.
Hat mich am ehesten an „Poltergeist“ erinnert, zwar weniger spektakulär, aber eben…“nett“.
6 von 10 Punkten

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