Vincent Price strikes again.
Nach zwei flotten Dr.Phibes-Filmen killt er sich hier nach bewährtem Rezept auch noch durch einen dritten Film. Die Unterschiede sind minimal: wieder muß eine Gruppe von Leuten (hier: Theaterkritiker) dran glauben, um den Rachedurst von Price's Charakter (hier: aus seiner Sicht nicht genügend beachteter Schauspieler) zu stillen.
Genauso wie bei Phibes hält man ihn auch hier für tot, was hilfreich ist, da niemand ihn als Täter in Betracht zieht.
Genau wie bei Phibes hat er eine weibliche Hilfe (hier: Diana Rigg, die schmählich unterbeschäftigt ist), die ihm bei den Morden zur Hand geht.
Genau wie bei Phibes mordet er nach einem bestimmten System (hier: die plakativsten Morden aus Shakespeare-Dramen).
Trotz aller Wiederholungen macht das Theater des Grauens Spaß, gerade weil Price mit diabolischer Freude zur Tat schreitet. Die Umsetzung der Werke Shakespeares als Mordmethoden bieten dabei den ganz besonderen Reiz, wenn es auch als besonders britischer Humor gewertet werden muß, wie arglos die Herren Kritiker in ihr Verderben schreiten, selbst als schon mehrere von ihnen dran glauben mußten und wie doof sich die Polizei laut Drehbuch anstellen muß, um die Morde zuzulassen. Besonderes Schmankerl ist sicher die Verfütterung der Pudel von Robert Morley mittels Trichter an den seligen Hundedaddy.
Ein wirklich unterbewertetes Vergnügen ist jedoch der Genuß, mit dem Price volltönend den Barden zitierend, zur Tat schreitet. Perfide, sadistisch, satanisch, gnadenlos und dennoch nicht ohne einen Funken Humor (man beachte sein Gesicht bei der "Operation", wenn ihm die Instrumente nicht schnell genug gereicht weren und an seinen Ruf nach der "Blutschale"), wobei fein darauf geachtet wird, daß trotz aller großer Gesten und spielerischer Klasse im Charakter geblieben wird, der mit übergroßen Schminkmengen und ungeheurem Chargieren tatsächlich Theater eines vergangenen Jahrhunderts herunterschmiert.
Selbstverständlich scheitert Price auch hier am letzten Kritiker, doch bis es soweit ist, hat man einen Heidenspaß rund ums phantasievolle Morden. Leider hat Diana Rigg viel zu wenig zu tun, um wirklich zu glänzen und die Zwischenspiele sind nicht unbedingt wirklich magenfüllend, aber sonst wirkt der Film so erfrischend reinigend wie Schwefelsäure.
Hochwertiges Shakespeare/Horrorgemisch mit sardonischem Humor. Bei Gelegenheit zuschauen: (8/10)