Review

Master Price Rides Again


Der inoffizielle dritte „Phibes“?! Könnte man so sagen. „Theater of Blood“ zeigt die einmalige Legende Vincent Price voll in seinem Element - er richtet als totgeglaubter Ex-Bühnenkönig all seine einst übereifrigen Kritiker ideenreich hin. Nur echt im Stile von Shakespeare, versteht sich...

Ich liebe die beiden „Phibes“-Filme. Da verwundert es fast etwas, warum ich „Theater of Blood“ unerklärlich lange auf der Watchlist anstauben ließ. Doch das Warten und die Vorfreude haben sich gelohnt - diese Mordstour im Stile von Macbeth bis King Lear ist eine große, morbide Freude. Nicht nur für Theaterfreunde und Bewunderer von Vincent Price - aber für die halt noch ein gutes Stück mehr. Und da zähle ich mich absolut zu. Zumindest zu Letzterem. Nicht umsonst war dieses Kabinett der Eitelkeiten und kreativen Tötungen der absolute Liebling all seiner Werke von Maestro Price selbst. Und das sicher nicht nur, weil er am Set seine dritte Ehefrau und Liebe des Lebens kennengelernt hat. „Theater of Blood“ ist gestelzt und doch spielerisch leicht, er ist brutal und doch augenzwinkernd genug, er hat Stil, Klasse, Tempo und Charme, den man bis in die letzten Stehplätze spürt. Er verbindet Shakespeare mit Horrorcomics, da bleibt kein Auge und keine Verkleidung trocken. Für Price-Fans meist locker unter den Top 3 und absolutes Pflichtprogramm. Für den Rest aber früher oder später auch. Wartet nicht so lange wie ich - denn diese Tour de Revenge ist ein britischer Gourmettitel! 

Fazit: großes Theater und Kino! Was für eine distinguierte Horrorshow voller Morde, voller Monologe, voller Momente mit morbidem Augenzwinkern. London Calling. Shakespeare Killing. Der Price bleibt heiss! 

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