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Fortsetzung zum vom Jay Mundhra inszenierten ersten Abenteuer des Sicherheitsbeamten Will Griffith, hier, dort und natürlich auch wie folgt in Night Eyes Three (1993) und Night Eyes Four Fatal Passion (1996) von Andrews Stevens gespielt, teilweise auch geschrieben und zusammen mit Ashok Amritraj für Amritraj Productions produziert. Stevens, der zu dem Zeitpunkt neben Gastauftritten in durchaus populären Fernsehserien vermehrt in Spielfilmen um mörderische Liebschaften und anderes Metier von Sex und Thrill mitwirken sollte, hat hiermit sein eigenes Vermächtnis geschaffen und seiner Persona, die nach außen hin zwar durchaus attraktiv wirken kann, aber irgendwo auch schmierig und auf jeden Fall hinterlistig und mit Vorsicht zu genießen, ein eigenes Lebenswerk errichtet; die Karriere von damals, die sich u. a. auch in den Artgenossen um Illicit Dreams (1994) oder einigen Teilen von Body Chemistry tümmeln sollte, ist heutzutage bei den meisten (älteren) Zuschauer noch aktiv in Erinnerung und im Munde, bei den heranwachsenden Videothekengängern aus den frühen Neunzigern und den Besuchern der Schmuddelecke zumindest:

Der Sicherheitsexperte Will Griffith [ Andrew Stevens ] wird mit seiner Ein-Mann-Firma "Night Eyes" vom ausländischen Politiker Hector Mejenes [ Richard Chaves ] auf Drängen dessen sich sorgender Frau Marylin Mejenes [ Shannon Tweed ] angeheuert; nachdem ihr Bodyguard Luis [ Geno Silva ] nur mühsam und in letzter Sekunde ein Attentat abgewendet hat. Griffith will eigentlich nicht, wird aber durch seinen gerade anwesenden Freund Jesse Younger [ Tim Russ ] überredet, der einen Job sucht und in das Security-Geschäft miteinsteigen möchte und den ersten großen lukrativen Auftrag wittert, zumal Detective Turner [ John O'Hurley ] trotz aller Bemühungen noch keine Hinweise auf die Täter liefern kann. Ist der Auftrag schon kompliziert genug, gibt es da auch noch die Frau des Klienten…

Gebumst wird hier erst später, früh genug auch noch, in den ersten 5min demnach; vorher gibt es aber eine längere Szene, die möglicherweise interessanter für die Zuschauer, nämlich ein Einbruch bei dunkler Nacht von einem Fassadenkletterer in ein Hochhaus nämlich ist. Geschossen wird dort auch, weil trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Finesse doch ein Alarm ausgelöst wird und der Wachmann mit gezogener Waffe los sprintet, erst spritzt das Blut also, und dann noch etwas anderes, in der bislang noch ominösen Geschicht'.

Überhaupt macht man eingangs einen überraschend guten Eindruck, nicht bloß, dass Stevens kurz darauf noch einmal die Waffe am Entsichern ist und die Pistole zückt, es wird sogar so etwas wie eine Actionszene eingeworfen, ein Anschlag per Scharfschützengewehr auf einen Politiker, wobei bloß der arme Chauffeur die Kugel abbekommt und mit Gegenwehr die Flucht ins Haus gelingt. Das Haus und das Grundstück darauf sind von größerem Umfang, die Optik insgesamt gediegen, die Kamera gibt sich Mühe; alles in allem sind auch die Darsteller ordentlich und die Produktion höchst solide. Gedreht ist das Ganze hier von Rodney McDonald, im Debüt, wobei McDonald später ganz in den Actionfilm (der Kategorie B bis C) wechseln sollte, hier und folgend bspw. noch bei Night Eyes Four: Fatal Passion oder Scorned 2 weiter den Thrill im Horizontalen und die durchwühlten Matrazen bemüht.

Hier ist so eine Mischung aus beidem, abgesehen von der ersten unvermuteten Sexszene, die auch kein Vorspiel hat und da auch noch keine Einführung der Darsteller, wird tatsächlich eine richtige Geschichte und diesmal auch mit vergleichsweise globaler Bewandtnis und in luxuriös-mondäner, aber dennoch äußert schicker Umgebung und mit einigen interessanten Figuren, darunter einem angeleierten Buddy Picture mit Griffith und seinem unfreiwillig neuen Partner, einem alten Kameraden von der Air Force allgemein, dem Special Investigations Office speziell bemüht. Das Anwesen (mit Blick auf Meer) ist bald eine Festung (mit Blick auf Meer), mit Kamera außen und auch innen und auch im Fitnessraum und selbst im Schlafzimmer mit Blickrichtung direkt auf das Bett bestückt; hinzu kommt ein Bodyguard-Job, der wie alle diese Geschichten bald zu mehr als dem persönlichen Schutz führt und direkt die ersten neuen Probleme auslöst.

Dabei ist die Ursächlichkeit gar ähnlich wie bspw. in dem auch als Night Eyes 3 verkauften Sexual Malice a.k.a. The Other Man (1992), der nicht zur offiziellen Reihe gehört, wo aber a) auch die Frau das Geld nicht Hause bringt, während b) bei dem Ehemann buchstäblich tote Hose herrscht und deswegen c) der andere Mann für die körperliche Liebe einspringen muss und die Pflichten der Ehe trotz fehlenden Trauschein erfüllen. Was hier anders ist, ist ein starkes Hinauszögern der körperlichen Annäherung – Das spätere Bumsorama lässt eher den Druck aus den Reifen und den Dampf aus dem Kessel, es wird ein bisschen im Buchklub gefummelt und abends vor dem flackernden Kamin kopuliert. Mal ist er dran mit küssen und mal wird mit ihm verbotene Frucht gespielt. Nackte Busen, Leckermäulchen, die Kamera ist zuweilen nah am Geschehen und oft weit weg –, man versteht sich zwar schnell und die Chemie ist offenkundig dar und beide Figuren sind gar sympathisch nicht nur gegenüber, sondern auch auf den Zuschauer wirkend, aber man lässt sich Zeit miteinander und der Job steht im Vordergrund und an allererster Stelle auch nicht das Besteigen und Begatten, sondern das Beschützen. So wird auch mittig erneut eine (tödliche) Gefahrensituation ausgelöst und behandelt, Spannungsmomente eingespielt und wieder Schüsse quer durch den Raum und in Mobiliar und Mensch gefeuert, auch ein brutaler Überfall im Krankenhaus ist zu besichtigen und ein Finale, dass keine Wünsche über und dennoch Überraschungen purzeln lässt.

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