Review

Basierend auf der gleichnamigen Reihe an Beat-'em-ups erschien dieser frühe Vertreter von Videospielverfilmungen, in welchem die Brüder Jimmy und Billy Lee im New Angeles des Jahres 2007 leben. Ein großes Erdbeben hat das ehemalige Los Angeles teilweise zerstört, auf den Straßen regieren Gangs, die Polizei hat nur tagsüber was zu melden und der Schurke Koga Shuko ist auf der Suche nach der Hälfte eines Drachenmedallions, welches ihn vereinigt mit der anderen Hälfte echt richtig mächtig machen würde.

Die Geschichte ist generisch und platt, erwartbar will einer was haben, andere haben es und so geht es hin und her. Wirklich Spaß macht das nicht, wobei man die Neuheit des Subgenres „basiert auf einem Videospiel“ hier nicht als Ausrede gelten lassen kann. Man spürt bei dem von James Yukich inszenierten „Dougle Dragon“ durchgehend die Planlosigkeit, die jeden halbwegs filmisch oder dramaturgisch sinnvollen Fluss im Keim erstickt. Lieber schmeißt man mit allerlei Versatzstücken um sich und stolpert so durch dieses erzählerische Gerüst, macht dauernd irgendwelche Fässer auf, weiß aber nichts davon sinnvoll einzubinden. Da ist die Geschichte des Bruderpaars, irgendwas mit ihrem Vater, die Ziehmutter Satori, man wohnt im Theater, ein großes Beben vor ein paar Jahren, der Zusammenbruch der Gesellschaft (was machen die Leute eigentlich den ganzen Tag?), Schurke Koga Shuko, diverse themenbezogene Straßengangs parodistischen Ausmaßes – und viel ödes Gekloppe.

Denn liegt hier auch ein klassisches Beat-'em-up zugrunde und müht sich der Streifen um ein paar Actionszenen, so sind diese nie überzeugend oder temporeich. Angefangen von einer faden Autoverfolgung, die jeglichem Esprit entbehrt bis zu den erwartbaren Martial Arts-Einlagen, wobei das mit „Arts“ hier nicht viel zu tun hat. Mag vielleicht auch am Personal liegen. Mit Marc Dacascos hat man zwar sichtbar jemanden am Start, der bezüglich Kampfkunst was drauf hat. Das merkt man. Bei den anderen eher nicht. Die vielen Schnitte und das teils ungelenke Getrete sprechen für sich. Hinzu kommen die Figuren selbst.
Billy (Scott Wolf) nervt meist mit seiner Art, er bekommt die klamaukigeren Momente und lernt nicht dazu. Schließlich trägt er seine Hälfte des Medallions immer schön für alle sichtbar um den Hals. Jimmy (Dacascos) ist mit seiner (relativen) Vernunft schon weniger anstrengend und kann eben immerhin anständig austeilen. Bimmy sucht man übrigens vergebens. Robert Patrick ergeht sich in lächerlichem Overacting und man wird mehrmals gezwungen, Alyssa Milano auf den Hintern zu glotzen. Hehe, knick knack, Pubertät, Zielgruppe. So versucht der Streifen auch immer wieder witzig zu sein, scheitert aber hier auf ganzer Linie.

Die postapokalyptische Welt, in der das hier stattfindet, wird dabei oft vernachlässigt, obwohl gerade hier viele kleine Ideen schlummern und auch manchmal sogar erwähnt werden. Ignoriert man die Limitationen in Technik und Effekten, so sieht die versehrte und teils untergegangene Stadt nicht verkehrt aus. Zumindest bekommt man eine Vorstellung von dem, was hätte sein können. Was das Design angeht (von Klamotten bis Kulissen), so kann man hier gut sehen, was in den 90ern so alles falsch lief. Eine quietschbunte, harmlose und unbekümmerte Endzeit mit der Graffiti-Kindergarten-Gang.
Das zieht sich generell durch diesen Film, der unterm Strich inkonsistenter Schmu ist. Weder überzeugen die Actionzenen (was bei der Vorlage schwer wiegt), noch der Humor, noch die Geschichte und darstellerisch ist das ziemlich verunglückt. In einzelnen Momenten mag da so etwas wie Spaß schlummern und unter dem Gesichtspunkt, sich mal so einen echt beknackten Genrevertreter ansehen zu wollen – bitte sehr. Ansonsten ist das hier ein reiner Keinspielermodus.

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