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Eigentlich ist südamerikanisches Exploitation-Kino genau mein Ding: "Coffin Joe", "The Curios Dr. Humpp", "Alucarda", Jodorowsky, Armando Bo und selbst die putzigen "Santo"-Streifen haben es mir angetan. Dementsprechend gespannt war ich denn auch auf das Regiedebüt von Juan López Moctezuma: a) weil ich "Alucarda" immernoch für ein saustarkes Werk halte und b) er gemeinsam mit Alejandro Jodorowsky den Klassiker "El Topo" sowie "Fando & Lis" produziert hatte.

Leider bin ich mit "The Mansion of Madness" nie richtig warm geworden - und das, obwohl ich schon allerhand stranges Zeuges in meinem Leben gesehen habe. Zu allererst: Der Film ist kaum Exploitation und schon gar nicht Horror. Viel eher handelt es sich dabei um eine skurrile Komödie mit abgefuckten Charakteren und groteskem Humor. Dieser ist ziemlich gewöhnungsbedürftig und trifft mit Sicherheit nicht den Nerv von jedem - zum Beispiel meinen nicht. Auch der restliche Unterhaltungswert von "The Mansion of Madness" hält sich stark in Grenzen.

Das Moctezuma surreales Kino inszenieren kann, hat er nicht nur mit dem ungleich viel besseren "Alucarda" bewiesen. Auch "The Mansion of Madness" weist seine Stärken vor allem in seiner bizarren Inszenierung auf. Die Sets, Dekos und Kostüme sind irgendwo zwischen Okkultismus, Historiendrama und Psychedelic anzusiedeln. Alles wurde mit sehr viel Aufwand und Detailverliebtheit inszeniert. Mr. Chicken ist wohl schon jetzt unter den Zuschauern eine Legende. Auch die Darsteller - allen voran Claudio Brook als Dr. Tarr - machen ihre Sache gut. Trotzdem hat der Film zumindest mich nicht mitgerissen: Während das Finale enttäuscht wirkt anderes aufgesetzt gewollt.

Fazit: Moctezuma strapiziert den Begriff "Kult" meiner Ansicht nach ziemlich arg. Nicht alles, was Schräg und Außergewöhnlich ist, verdient auch einen Platz in der Hall of Fame. Denn "The Mansion of Madness" beweist, das zwischen originell und originell Welten liegen können. Deshalb nur 5 von 10 Punkten.

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