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Nein, der Titel ist nicht falsch geschrieben! Die ersten 3 Buchstaben WAA stehen für "Wiederaufbereitungsanlage für atomare Brennstäbe", und ebensolche sollte Mitte der 80er Jahre im bayerischen Ort Wackersdorf gebaut werden, was eine bis dahin beispiellose Protestwelle mit sich brachte, welche im Enstehungsjahr dieses Films 1986 ihren Höhepunkt in zahlreichen Massendemonstrationen fand, die teilweise in schlimmen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und militanten Demonstranten gipfelten.
Der Film selber streift diese Geschehnisse leider nur am Rande - und darin liegt seine Schwäche.
Zum überwiegenden Teil ist das große Open-Air-Konzert im Sommer 1986 gegen die WAA, zu dem hunderttausende aus ganz Deutschland anreisten, Gegenstand der Filmhandlung. Der Film gibt die Stimmung dieses damaligen Anti-Atom-Woodstocks wieder und wer damals dabei war, bei dem werden sicher beim Anschauen nach fast zwei Jahrzehnten nostalgische Emotionen wach.
Aber leider wird der interessante Hintergrund der Wackersdorf-Protestwelle sowie die allgemeine hochgekochte Anti-Kernkraft-Stimmung vom Sommer 1986, kurz nach dem Super-GAU von Tschernobyl, kaum beleuchtet. Somit ist "WAAhnsinn" als zeitgeschichtliches Dokument eher weniger bedeutsam.
Wer sich für die Materie interessiert, dem sei der Dokumentarfilm "Spaltprozesse" zu empfehlen, der etwa zurselben Zeit entstand.

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