The Patriot
Begann ich meine anderen Seagal-Reviews immer mit einem coolen oder witzigen Zitat, tue ich das hier nicht. Wieso? Ganz einfach. Ein solches Zitat ist nirgendswo in dem Film zu finden. Denn mit "The Patriot" hatte Steven Seagal vorerst seinen Untergang als Action-Ikone eingeleitet.
Dr. Wesley McLaren (Seagal) lebt schon seit Jahren zurückgezogenen in den Rocky Mountains. Mit allerlei Naturmitteln verarztet er die dort lebenden Farmer und reitet mit seiner Tochter dem Sonnenuntergang entgegen. Als sich in der Umgebung allerdings ein paar militante Militaristen in einem Bunker niederlassen und einen Killer-Virus freisetzen ist es mit der Idylle vorbei. McLaren zieht die Stiefel an und versucht ein Gegenmittel zu finden.
Was in aller Welt hat sich Steven Seagal nur bei diesem Film gedacht. Mochten seine Fans schon "Auf brennendem Eis" und "Fire Down Below" nicht sonderlich, treibt er es hier auf die Spitze. Hatten erst genannte wenigstens noch die ein oder andere Actionszene und Oneliner Seagals, hat "The Patriot" von einem Mini-ShootOut und 2 Handkantenschlägen mal abgesehen, rein garnichts zu bieten.
Seagal war noch nie mit schauspielerischem Talent gesegnet, konnte aber in seinen minimalistischen Rollen durch pure Präsenz überzeugen. Den friedliebenden Landarzt mit indianischer Abstammung nimmt man ihm aber kein Stück ab. Oberpeinlich stapft Seagal hier durch die Prärie, sülzt sein Töchterchen mit indianischen Weisheiten voll und versucht verzweifelt das Ganze irgendwie glaubwürdig rüberzubringen. Hat er denn in den ganzen Jahren nicht verstanden, was die Leute sehen wollen, wenn sie seine Filme anschauen? Sie wollen sehen wie Seagal einem Haufen böser Jungs kräftig was auf die Mütze haut und dabei noch einen coolen Spruch vom Stapel lässt. Später ist ihm das vielleicht bewusst geworden, aber dann war es schon zu spät. Hiermit hat sich Steven einen massiven Rückschlag in seiner ansonsten, bis zu diesem Zeitpunkt, ansehnlichen Filmographie eingehandelt.
Das Budget von 35 Millionen Dollar ist weitesgehend ins Leere geflossen. Bedenkt man das spätere Filme wie "Exit Wounds" in etwa das selbe Budget hatten, fragt man sich, zu Recht, was soviel gekostet haben mag. Die nichtvorhandenen Actionszenen, hochbezahlte Schauspieler oder teure Sets und Effekte können es schonmal nicht gewesen sein. Davon sieht man nämlich nichts. Man bekommt zwar ein paar schöne Naturaufnahmen zu sehen, das ist dann allerdings optikmässig auch schon alles.
Mit diesem Film hat sich Steven einiges an Sympathien verschenkt und seine Fans regelrecht hintergangen. Wo Seagal draufsteht muss nämlich, wie man jetzt weiss, noch lange nicht Seagal drin sein. Dieser Film war wohl auch der Grund wieso Seagal erst 3 Jahre später zurückkam. Er hatte wohl selbst gemerkt, was er da verzapft hat und wollte erstmal Gras über die Sache wachsen lassen.
2/10