Als sich in den Rocky Mountains eine Gruppe militanter Faschisten einnistet, die Amerika mit einem tödlichen Virus übernehmen wollen, sieht der sonst so friedfertige Arzt Dr. Wesley McClaren schwarz. Aber als Ex-CIA-Mitarbeiter weiß sich McClaren zu verteidigen.
The Patriot kann man durchaus von zwei Seiten sehen. Als ein Seagal Film fällt er dabei aber eigentlich durch. Unser aller Aikido Moppel läßt seine Martial Arts Fähigkeiten hier komplett im Schrank, es gibt lediglich einige Schießereien, aber der gepflegte Austausch von Handkanten-Freundlichkeiten findet schlicht nicht statt und das ist ja schließlich mehr oder weniger der Hauptgrund sich einen Film mit dem guten Steven anzuschauen. Ungewohnt auch das er die Synchro von Manfred Lehmann, der ja sonst Bruce Willis und anderen seine Stimme leiht, verpaßt bekommen hat.
Ebenfalls etwas lästig ist diese übertrieben Öko Botschaft die der Wald und Wiesen Doktor mit aller Gewalt ins Hirn der Zuschauer hämmern will. Mal abgesehen das eine Rolle als treusorgender Immunologe und Daddy nicht wirklich zu seinen Schokoladenseiten zählt, gehen einem diese ständigen Naturbezüge, Indianerweisheiten und generellen Öko ist Supi Sprüchen mit zunehmender Laufzeit gehörig auf die Zwiebel, allerdings scheint das ja auch eine Herzensangelegenheit von Seagal zu sein, da er die Masche ja bereits öfters durchgezogen hat. Das kann er ja auch machen, aber übertreiben soll er es halt nicht.
Wenn man allerdings den Streifen als neutrales Werk betrachtet und nicht permanent auf die ausbleibenden Genickbrüche geiert, kann man diese Wildblumenwerbung sogar einigermaßen akzeptieren. Das Waco-ähnliche Szenario der rechtsextremen Miliz birgt durchaus Potential, auch wenn deren Plan mit dem Giftvirus bei näherem Betrachten reichlich blöde ist. Die Action konzentriert sich praktisch komplett auf die zweite Filmhälfte, dafür aber mit reichlich Militär Einsatz und einigen Outbreak Anleihen. Das Ende ist dafür aber wieder eher blöd ausgefallen, indem ein Hubi die heilenden Blüten streut, als wäre es ein Hochzeitsvideo.
Ich denke am besten für den Film wäre es wirklich gewesen Seagal ersatzlos zu streichen. Schauspielern kann er nicht und wenn man dann seine erwiesenermaßen vorhanden Stärken ersatzlos streicht, dann kann ich auch einen Dudikoff o.ä. verpflichten. Schlecht ist The Patriot eigentlich gar nicht, allerdings würde man in der Schule sagen "Thema verfehlt", immerhin gibts ein paar schöne Aufnahmen der Rockies, aber sonst hält sich der Unterhaltungswert im Durchschnittbereich auf.
5/10