Der Ex-Boxer Burt ist in großen Schwierigkeiten. Er bittet seinen Freund Constello (Bud Spencer) um Hilfe. Doch als Burt plötzlich verschwindet, steht Costello mit dessen vorlautem Sohn Jo-Jo alleine einer skrupellosen Bande von Drogendealern gegenüber ...
Der Pilotfilm zur 12-teiligen Serie war ziemlich dröge und unlustig. Ich fragte mich ehrlich, ob Regisseur Enzo Castellari ("Keoma") überhaupt noch Ahnung von seinem Handwerk hat. Umso überraschter war ich vom vierten Teil der Spencer'schen Altersvorsorge, der doch tatsächlich einen Gang zulegen konnte.
"Extralarge: Jo-Jo" startet gleich mit einer zünftigen Prügelei. Was man sonst von den Spencer-Filmen kennt, suchte man in den anderen Teilen der Reihe vergebens. Hier hat man sich also tatsächlich auf die Wurzeln des in die Jahre gekommenen Schwergewichtes besonnen. In den herrlich ironischen Dialogen zitiert Castellari das filmische Schaffen seiner (Gast-)Stars. Beispielsweise wird Lou Ferrigno als "Hulk" entlarvt ("Hab ich Sie nicht schon mal irgendwo gesehen? Aber da waren Sie grün."), und auch Spencer selbst findet eine Erwähnung ("Ich habe alle Bud-Spencer-Filme gesehen.") . LOL!!!
Da es sich um einen TV-Film handelt, darf man keine gewaltigen Actionausbrüche erwarten. Immer wieder haut Spencer ordentlich drauf. Dass er dabei häufig gedoubelt wird, fällt nicht weiter ins Gewicht. Irgendwie klingt das fast schon witzig: "es fällt nicht ins Gewicht". Und gerade das war eigentlich der Grund für das Doubeln. Castellari sagte einmal in einem Interview, dass Bud Spencer "alt, fett und schwer war. Am Ende wurden nur noch ein paar Close-ups gedreht". Das hört sich schlimmer an, als es letztendlich ist.
Neben den Fäusten kommt hier und da die Waffe in kurzen Schießereinen zum Einsatz. Außerdem inszenierte Castellari im Finale eine ausgibige Verfolgungsjagd zu Wasser.
So vorhersehbar das Drehbuch auch sein mag, so kann die Story zum Schluss sogar noch mit einer überraschenden Wendung punkten. Die bekannten Gesichter sorgen für viel Charme. Außer Lou Ferrigno ist Andrew Stevens in einer Gastrolle mit dabei. Nach seinem tollen Karrieresstart in De Palmas "Teufelskreis Alpha" ging es für ihn jedoch steil bergab. Heute produziert der B-Mime lieber seine eigenen (meist schlechten) Direct-to-Video-Produktionen ("Black Dawn", "The Marksman").
Fazit:
Diese Actionkomödie ist ganz brauchbare Unterhaltung für verregnete Nachmittage. Ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert. Deshalb vergebe ich großzügig 7/10 Punkten.