Mit „Blood Chase“ untermauerte die Silver Star Film Corporation („SFX Retaliator“,“Trigon Force“) ihren ohnehin miesen Ruf felsenfest. Die auf den Philippinen ansässige Firma, bestehend auch einem Konsortium von Gelgebern,(deren Backkatalog inzwischen passend von Cine Excel verwaltet wird) bot meistens nur den Bodensatz im Bereich Action und bis auf wenige Ausnahmen (z.B. einige Titel mit Romano Kristoff oder Bruce Baron) waren die Filme tatsächlich fast unanschaubar.
End der 80er konnten sie aber immerhin einige bekannte B-Gesichter Verpflichten. Im Falle von „Blood Chase“ (in deutsch damals zeitgemäß „Kickboxer Cop“ betitelt) waren es Andrew Stevens („Night Eyes 1-3“, “The Terror Within“) und Karen Shepherd („Above The Law“, „Mission Of Justice“) die sich aber keinen gefallen taten. Stevens selbst hat vermutlich zu dieser Zeit jede Rolle angenommen damit genug Geld rumkam, um dann 1990 seine Karriere als Produzent zu beginnen die heute noch anhält. Hier ist er als Kampfsport Polizist ziemlich fehlbesetzt, da er noch nie Kampfsport gemacht hat. Und das sieht man den Kämpfen auch an. Aber man muss auch zugeben dass bei der Karate Weltmeisterin Shepherd die Kämpfe auch nicht besser aussehen. Denn alle Fights sind durchweg miserabel inszeniert. Das die Ballereien auch nicht über das „besondere“ Silver Star Niveau herauskommen, sollte dabei auch klar sein. Da fragt man sich beim schauen, wie ein Film der etliche Actionszenen beinhaltet, trotzdem so extrem langweilig sein kann. Die Antwort ist dann relativ einfach: Die Action wiederholt sich einfach. Teilweise ändern sich nur die Hintergründe. Und wenn die Action von Teddy Page (aka Irvin Johnson „Jungle Rats“, „Blood Ring“) so einfallslos heruntergekurbelt wird, kann auch die Masse nichts mehr richten. Dass er es etwas besser sein kann als hier, hat er schon bewiesen; ohne jemals wirklich gut gewesen zu sein. Selbst die zwischenzeitlich eingestreuten Zeitlupen Szenen sind schwach und wirken sogar manchmal gar nicht gelungen. Aber Geld für einen zweiten Versuch gab es wohl nicht.
Hinzu kommt das die Story um betrogene Gangstern die Jagd auf die Tochter des Mannes machen, der sie reingelegt hat nur vor Logiklöchern platzt und für knapp 90 Minuten einfach nicht ausreicht. Immer wieder versuchen die gefährlichen Gangster die von Karen Shepherd dargestellte Frau zu entführen, schaffen es aber natürlich nicht. Stattdessen bekommen sie zigmal auf die Mütze. Zwischendurch scheinen die bösen auch vergessen zu haben dass sie das Mädel eigentlich lebendig brauchen und feuern wild drauflos mit ihren Maschinengewehren. Ohne Rücksicht auf Verluste. Herrlich auch das Andrew Stevens (auch Polizist) einfach in ein Gebäude einbricht um Informationen zu besorgen. Die hätte er vermutlich auch ganz normal als Polizist bekommen, aber nein, lieber den Wachmann zusammen schlagen. So stolpert die Hauchdünne Geschichte von einem lahmen Fettnapf ins nächste.
Da helfen auch die üblichen Verdächtigen Darsteller(wie immer wenn damals ein Film auf den Philippinen gedreht wurde, waren die gleichen Leute am Start) in Nebenrollen nicht. Hier sind es mal wieder David Light, Jim Moss, Mike Monty oder Henry Strzalkowski. Das neben denen Andrew Stevens auch keine bessere Figur macht, zeigt schon sein Interesse an den Film. Zwar war er nie besonders großartig, aber teilweise bot er eine ansprechende B-Leistung. Aber auch das ist hier nicht gegeben.
Fazit:
Ich fand den Film schon als jugendlicher Scheiße und das hat sich auch etliche Jahre später, nach abermaligen anschauen, nicht geändert. Hier bekommt man Action aus der untersten Schublade. Das alles verpackt in eine platte Story die sich erfolgreich mit der drögen, immer gleichen langweiligen unblutigen Action paart. Dazu eine billige Optik, preiswerte Sets, eine schwache inszenierung und ebenso schwache Darsteller die einem hier zur Verfügung gestellt werden. Schon hat man eine Silver Star Film Corporation Produktion beschrieben. Oder man sagt einfach: Müll!