Slasherfilme mit Backwoodelementen scheinen immer beliebter zu werden. Nach "Wrong Turn", dem Remake zu "Texas Chainsaw Massacre" und einigen anderen eher miesen Produktionen, kommt nun ein Film aus Neuseeland, der dem Ganzen einen Mysterytouch verleiht.
Es geht um zwei Kumpels, die ein Wochenende am Meer verbringen wollen, um dort ihrem liebstem Hobby, dem Surfen, zu fröhnen. Auf der nächtlichen Reise begegnen ihnen zwei junge Frauen, von denen sie überredet werden, mit zu einer geheimen Party zu fahren. Sie sollen den beiden hinterherfahren, die turbulente Fahrt endet jedoch alsbald in einem Strassengraben. Auf der Suche nach Hilfe, finden sie ein einsames Haus, wo sie einen Mord beobachten. Der Mörder bemerkt sie jedoch und kurzerhand sind eine Gruppe von Hinterwäldlern hinter ihnen her, sie auf ewig zum Schweigen zu bringen...
Anfangs plätchert das Geschehen noch leicht vor sich ihn, doch spätestens ab der Mitte des Filmes wird es dann richtig spannend. Man weiß als Zuschauer zunächst nicht, was da uberhaupt Sache ist, denn einige wirklich merkwürdige und leicht verwirrende Dinge geschehen. Die Wendung des Filmes an dieser Stelle ist wirklich gelungen und hebt ihn ab von Genreeinerlei. Leider wird am Ende nicht alles aufgeklärt, einige Fragen dürften somit offen bleiben und man darf sich selbst was überlegen. Auf den Gesamteindruck wirkt sich dies aber nicht negativ aus, da man Filme, die Fragen offen lassen, ja zur Genüge aus Japan kennt.
Effektmäßig gibt es hier nicht all zuviel zu bestaunen, der Film ist in seiner Grundhaltung sehr ruhig. Wer als ein Gemetztel ersten Grades erwartet, ist hier definitiv an den falschen Film geraten. Der Film lebt mehr von seiner unheimlichen Atmoshäre als von ausufernden Blutorgien.
Einige der Effekte (vor allem am Ende) erinnern von der Machart her an "Tanz der Teufel", was Erinnerungen weckt.
Weiterhin werden zwei Verfolgungsjadgen geboten, die zwar nicht mit Hollywoodstandard mithalten können, aber in Anbetracht dessen, dass es sich hier eh um einen Horrorfilm handelt und letztlich keine Mittel für Crashorgien vorhanden waren, sehr ordentlich sind. Bei der nächtlich Belichtung hat Regisseur Greg Page zu eher ungewöhnlichen Mitteln gegriffen. Die Szenenausleutung mit starken Spots erscheint anfangs sehr ungewöhnlich. Doch man gewöhnt sich schnell an dieses Stilmittel, zumal es die unheimliche Atmosphäre des Filmes unterstützt.
Bei den Schauspielern besteht ebenfallls kein Grund zu meckern, vor allem die beiden Hauptdarsteller wirken sehr motiviert, was dem Film zugute kommt. Der Rest spielt ebenfalls okay, für einen Film des Horrorgenres mehr als ausreichend.
Mit "The Locals" gelang dem jungen neuseeländischen Regisseur Greg Page ein wirklich gelungener Beitrag, der dem Genre neue Aspekte hinzufügt. Nicht nur stupides Gemetzel, sondern eine richtige Story mit Mysteryelementen verleihen dem Film das gewisse Etwas. "The Locals" ist zwar kein Meisterwerk, aber trotzdem eine Empfehlung wert.
7 von 10 Punkten.