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Nach Dawn of the Dead begibt sich Romero in Knightriders auf ähnliches Terrain, verkleidet seine Parabel aber in noch absurdere Bilder.
Eine Truppe von Motorradfahrern zieht in einer Art "Glaubensgemeinschaft" durch die Lande und führt mittelalterliche Turniere vor - auf ihren Maschinen. Ein Spektakel mit Händlern und Gauklern, gleich einem Mittelaltermarkt, begleitet sie. Die Regeln ihrer Kämpfe übertragen die Ritter in ihre sozialen Kontakte. Ein Mitstreiter neidet Sir William seine Führungsposition; als die Gelegenheit einer überregionalen Vermarktung kommt, spaltet sich die "Tafelrunde". Die Konsequenz ist eine finale Schlacht, welche ebenso einen finalen Abschied beinhaltet...

Mit gekonnter Kamera und agilem Schnitt (die deutsche Video-Fassung ist hier mit über 25 Minuten Handlungsstraffung leider etwas lahmgelegt), beleuchtet Romero die Mechanismen der Kommerzialisierung. Seine Neuzeitritter stoßen in ihrem gelebten Anachronismus auf ein elementares Problem: Wie kann ich überleben, ohne meine Ideale zu verraten?
Ed Harris zeigt diesen Konflikt sehr überzeugend, und so kann seine Figur auch nur so enden, wie sie eben endet.
Der Film nimmt sich selbst in seiner Botschaft, trotz einiger humoristischer Anflüge, durchaus ernst. Somit erscheint die ungewöhnliche Optik nach kurzer Eingewöhnung auch kaum noch trashig. Die Charaktere kriegen Raum, die Botschaft kommt - ohne Kitsch oder Übertreibung - klar an.
Somit ist Romero hier, neben Martin, ein weiterer extravaganter, aber genauso gehaltvoller Film gelungen. Anhänger des Meisters, welche ausschließlich seine Zombie-Werke glorifizieren, dürften hier intellektuell eventuell überfordert werden.
Alle anderen können sich an einem relaxt getimten, aber kraftvoll wirkendem Film erfreuen, der kaum eine andere Bezeichnung als Actiondrama zuläßt.
Ein wundervoller Streifen. 8/10

MovieMadness

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