Billy ist selbsternannter "König" einer Truppe von Schaustellern, die mittelalterliche Turniere auf Motorrädern anstelle von Pferden aufführen. Als der Bekanntheitsgrad der Show steigt und lukrative finanzielle Angebote eintreffen, kommt es zum Konflikt: Für Billy sind die Turniere Ausdruck einer von Ehre und Anstand geprägten Lebenseinstellung, für andere Mitglieder der Truppe geht es nur um den Adrenalinrausch und die Motorräder. Angeführt werden sie von Morgan, der selbst König werden möchte und nach Ruhm und Reichtum trachtet.
Ich weiß jetzt ehrlich gesagt nicht, was den Zombie Altmeister jetzt an diesem Thema gereizt hat. Seine Konsum- und Kommerzkritik hat er mit Dawn of the Dead ja bereits drei Jahre zuvor und auch wesentlich interessanter abgehandelt. Hier treffen wir auf eine Gruppe zigeunender Schausteller, die in der freien Natur ihre Schaukämpfe vor spärlichem Publikum und offensichtlich eine Art Mittelalter Komplex haben.
Der Bezug zur Arthus Sage ist dabei nicht nur von Romero selbst gewollt, sondern wird im Film auch mehrfach angesprochen. Die meisten halten sich an eine Art höfischen Ehrenkodex im Sinne der Tafelrunde, werden vom weisen und engagierten Ed Harris in Strumpfhosen regiert und jousten sich mit ihren motorisierten Ersatzpferden als wäre man mittels Zeitsprung in Camelots Vorgarten gelandet.
Das mag ja alles ganz nett sein, aber wirklichen Sinn in Sinne von Spannung oder Action gelingt es nur wenig zu vermitteln. Im Nachhinein fast schade, daß man dann auch noch eine aufgepäppelte Version, mit aufgefüllten englischen Originalszenen, mit über 140 auf den deutschen Markt gebracht hat.
Es ist ja nett, das man hier eine verschworene Gemeinschaft auf dem Prüfstand präsentiert, denen ihre ideellen Werte über die Kommerzialisierung ihres "Sports" geht und die sich vehement gegen die korrupte Dorfpolizei wehren, aber einen Großteil der Geschichte hab ich mich doch eher gelangweilt. Es gibt zwischendurch ein paar Motorrad Stunts oder Stephen King mit einem lausigen Gastauftritt, aber bis der zentrale Konflikt zwischen Idealisten Billy und dem eher ökonomisch orientierten Morgan ausbricht dauert es einfach zu lange und selbst dann wird's auch kein Highlight Film mehr.
Es sei Regisseuren ja gegönnt, auch mal über den sonst üblichen Tellerrand zu schauen, aber es gibt ebenso wenig nicht umsonst das Sprichwort "Schuster, bleib bei deinen Leisten". Insofern haken wir die Hells Angels aus dem Mittelalterfundus als Romeros Experiment ab. Wirklich gezündet hats aber nicht.
5/10