Ich würde ja gerne eine Lanze brechen...
...doch dafür gefällt mir "Knightriders" leider nicht gut genug und ich musste mich bei dieser lange herbeigesehnten, ersten Sichtung wirklich durchbeißen. Ohne Frage hat er seine Daseinsberechtigung und das Prädikat Kultfilm verdient. Doch für mich überwiegen seine Schwächen deutlich seine Stärken. Vielleicht war es auch einfach nur der falsche Tag, die falsche Stimmung, die falsche Erwartungshaltung. Ich zu müde, unaufmerksam oder unkonzentriert. Doch das wilde Leben einer mittelalterlichen Schaustellergruppe auf Motorrädern ("Excalibur" meets "Flesh + Blood" meets "Streets of Fire") konnte bei mir die meiste Zeit seiner fast zweieinhalb (!) Stunden einfach nicht landen. Zu zerfahren, zu plotlos, zu vollgestopft mit Subplots und etlichen Figuren, die mich nicht interessierten. Vieles wirkt, als ob Romero einen Karnevalsdiscount überfallen hat und sich dann mit seinen besten Buddies ein paar schöne, drogenreiche Wochen in der Pampas gemacht hat. Inklusive Bikes, Brüsten und billigsten Statisten.
Fazit: kultig und anders? Ja. Unterhaltsam und spektakulär? Teilweise. Sehenswert und spaßig? Vielleicht. Gut und empfehlenswert? Leider nein. Zumindest nicht bei unserer ersten Begegnung. "Knightriders" ist ein anstrengendes Epos, voller Stilbrüche, Tempowechsel und Unberechenbarkeit. Mit all seinen Höhen und Tiefen. Ein gewagtes, faszinierend gescheitertes Experiment.