So richtig konnte ich die fast durchweg hochlobenden Kritiken zu diesem Film nie verstehen. Als alter Fan der Zucker-Brüder und Jim Abrahams erwarte ich von dem Trio immer einen gewissen Grad an Blödsinn, aber Die Unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone ist mir dann doch irgendwie viel zu bieder geraten.
Ich kann mir nur vorstellen, dass das Trio nach all ihren charmant-blöden Filmen mal was normales machen wollten. Aber irgendwie war das Ergebnis am Ende enttäuschend. Sicher, die Story rund um die Entführung der Mrs. Stone, deren Mann sich darüber eher freut als darüber zu trauern, ist durchweg durchdacht und ohne große Längen in Szene gesetzt, aber sowohl die Gags als auch die Schauspieler sind nicht erste Sahne.
Danny DeVito ist im Prinzip der einzige wirklich sehenswerte Schauspieler in diesem Film. Seine diabolische Ader gepaart mit seiner herrlichen Mimik hat den Film um einiges bereichert. Aber dann hat der Zug auch schon Endstation. Und der erste Negativ-Punkt geht erstmal an Bette Midler. Eine eigentlich recht sympathische Frau, die in diesem Film aber dermaßen nervt, dass man schon mit den Zähnen knirscht. Dauernd hat sie irgendwas zu brüllen, jammern oder heulen und nagt mit ihrer penetranten Stimme deutlich am Stimmungsnerv des Zuschauers. Judge Reinhold und Helen Slater sind auch nicht besser. Ihre unbeholfene, teils wirklich doppelblödige Verhaltensweise, gespickt mit Gesichtsausdrücken der Marke "Hä-wo-bin-ich-eigentlich?" bringen den Film leider sehr oft ins schlingern, da man zu den beiden auch irgendwie keine Beziehung aufbauen kann.
Aber zumindestens die Gags sind wenigstens teilweise recht amüsant. Obwohl vieles irgendwie wirklich harmlos und lahm ist, wenn man die üblichen Scherze des Regisseur-Trios kennt. Dämliche Sprüche, übertriebene Situationen oder wunderbar-lustige Hintergrundlacher darf man so gut wie gar nicht erwarten. Stattdessen wirkt alles antriebslos und einzig DeVito bringt die Witze in annehmbarer Weise zum Ausdruck. Während Reinhold und Slater so amüsant sind wie zwei vertrocknete Schrippen im Kühlschrank, gibt es von anderen Schauspielern doch noch den ein oder anderen soliden Brüller. Mit am schönsten hier noch der verrückte Killer. "Du siehst aus wie mein Vater. Ich HASSE meinen Vater!". Aber leider gehören solche Höhepunkte im Film zu Momenten, die man an einer halben Hand abzählen kann.
Allerdings msus man eingestehen, dass sich das Regie-Trio damit wohl auch einem anderen Publikum nährt. Leute, die Filme wie "Die Nackte Kanone" hassen, werden diesem Film hier deutlich mehr abgewinnen können. Ich kenne sogar einige persönlich, die über diesen Film mehr lachen können als über Leslie Nielsen in der Naked Gun Reihe. Fazinierend.
Fazit
Relativ amüsante, aber leider viel zu biedere Entführungskomödie. Einen gut aufgelegten Danny DeVito darf man zum Glück zum positiven zählen, während der weitere Darstellerstab nicht der Rede wert ist. Der geneigte Fan ist mit jeder (frühen) Komödie von den Zucker-Brüdern oder Jim Abrahams irgendwie besser aufgehoben.
6/10