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Es sollte der Aufbruch in ein neues filmisches Zeitalter, die Geburtsstunde für Persiflagen wie die „Nackte Kanone“-Reihe oder die „Hot Shots“-Filme: „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ – im Original kurz und knackig „Airplane!“ tituliert.

Auf dem Flug 209 der Fluglinie Trans-America geschieht das Unvorhergesehene: Die gesamte Crew und einige Passagiere erliegen nach dem Verzehr von verdorbenem Fisch einer Fischvergiftung. Das Flugzeug ist führerlos und muss irgendwie sicher auf die Erde zurückgebracht werden. Einzige Rettung ist der Ex-Pilot Ted Stryker, der nach einem missglückten Einsatz im Vietnam-Krieg traumatisiert ist und unglaubliche Angst vor dem Fliegen hat…

Das klingt in der Tat so wie der Plot eines Katastrophenfilmes aus den 70er Jahren, jener Zeit, in der sich solche Filme die Klinke in die Hand gaben wie heutzutage die Comic-Verfilmungen. Und in der Tat ist „Airplane!“ in erster Linie eine Parodie auf diese Mode gewordene Filmform. Das kongeniale Trio Zucker/Abrahams/Zucker zeichnet verantwortlich für diese Ausgeburt des absoluten Stumpfinns, die vom American Film Institute unter die besten 10 Komödien aller Zeiten gewählt wurde. Und diese Platzierung ist auch vollkommen verdient, ist „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ doch richtungsweisend für folgende Filme des Genres gewesen.

Ein Schenkelklopfer jagt den anderen, Seitenhiebe in Richtung „Saturday Night Fever“ und „Jaws“ werden genauso fleissig verteilt wie die Fischgerichte an Bord des Fluges 209. Die wahnwitzigen Ideen überschlagen sich förmlich über die gesamte Filmdauer hinweg und garantieren so Spaß für jeden, der auf abgedrehte Persiflagen steht. Schauspielerisch bewegt man sich genregemäß auf eher mittelmäßigem Niveau, was jedoch dadurch wieder wett gemacht wird, dass mit Lloyd Bridges („Hot Shots“) und Leslie Nielsen („Die Nackte Kanone“) die Stumpfsinn-Helden der nachfolgenden Parodien-Generation „tragende“ Rollen haben. Beide fühlen sich nur in einem Genre richtig wohl: dem Schwachsinn, und das merkt man Bridges und Nielsen auch jederzeit an.

Ohne auch nur einen Hauch von Angestaubtheit zu zeigen, präsentiert sich „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ auch heute noch als Amüsement in Reinform. Wo „Zucker/Abrahams/Zucker“ drauf steht, ist auch „Zucker/Abrahams/Zucker“ drin: Urkomische Ideen gepaart mit gekonnten Seitenhieben auf alles, was sich nicht wehren kann (oder wehren will). Wer mit „Hot Shots“ und Co viel Freude hatte, der wird auch „Airplane!“ genießen können; jedoch sollten alle, die mit Blödsinn nichts anfangen können, tunlichst die Finger von diesem Film lassen. Ich bin froh, mich zur ersten Kategorie zählen zu können und vergebe 8,5 von 10 Punkten!

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