Nach „Kentucky Fried Movie“ der zweite Film des ZAZ-Teams, doch wie schon bei „Kentucky Fried Movie“ hatte man hier seinen Stil noch nicht so recht gefunden.
Im Gegensatz zu dem ersten Werk gibt es allerdings eine durchgängige Storyline: Ein vollbesetztes Passagierflugzeug gerät in schlechtes Wetter – und ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt erleiden die Piloten eine Lebensmittelvergiftung durch Fisch. Nur der ehemaligen Kampfpilot Ted Striker (Robert Hays), dessen Frau Elaine (Julie Hagerty) als Stewardess an Bord arbeitet, könnte die Maschine landen, doch nach einem Kriegstrauma hat er Angst vorm Fliegen…
„Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“, oder im Original einfach „Airplane“, lehnt sich an die in den 70ern beliebten Katastrophenfilme an – wobei der Originaltitel ja schon Ähnlichkeiten zu Filmen wie „Airport“ zeigt. Sämtliche Mechanismen derartiger Schinken, von der heldenhaften Stewardess über das kranke Kind an Bord bis hin zum Amateur, der die Maschine landet, werden durch den Kakao gezogen. Direkte Filmparodien gibt es nur wenige, z.B. „Der weiße Hai“ in der Creditsequenz oder in Rückblenden Parodien auf „Saturday Night Fever“ und „Verdammt in alle Ewigkeit“.
Auch Elemente des späteren ZAZ-Stils, vor allem aus „Die nackte Kanone“, lassen sich hier finden, z.B. der Running Gag, dass jeder Suizid begehen möchte, wenn Ted ihm sein Leid klagt oder die Szenen, in denen die Leute stets aneinander vorbeisprechen. Leider ist das Timing nicht so gut wie bei „Die nackte Kanone“ oder „Hot Shots“ und die Gagdichte auch etwas niedriger. Sicher hat „Airplane“ Pionierstatus, doch ZAZ haben gezeigt, dass bei ihnen mehr drin ist.
Doch die vorhandenen Gags sind fast immer gelungen und strotzen vom absurden Einfallsreichtum der Macher. Vor allem die Szenen, in denen der offenbar pädophile Captain einen Jungen über Gladiatorenfilme und ähnliches ausfragt oder die Running Gags mit den religiösen Sektierern auf dem Flughafen, sind echte Brüller. Herrlich absurd auch der Autopilot (eine aufblasbare Pilotenpuppe) und die Namen der Piloten, die wie Kommandos wie Roger oder Over klingen und den Funkverkehr erschweren.
Robert Hays in der Hauptrolle ist OK, aber ebenso wie Julie Hagerty ist er keine Vollblutcomedian. Von diesem Schlage ist bereits Leslie Nielsen an Bord, der hier einen chaotischen Doktor an Bord des Flugzeugs gibt und den Rest der Besetzung aussticht. Kaum verwunderlich, dass ZAZ ihm später Rolle des Frank Drebbin gaben.
Letzten Endes kann man den Klassiker- und Pionierstatus von „Airplane“ im Bereich der Slapstickkomödie nur anerkennen, doch er hat noch Ecken und Kanten. Gerade was Timing und Gagdichte angeht, bieten spätere ZAZ-Filme noch deutlich mehr, weshalb „Airplane“ nicht an diese herankommt.