"Ich glaube es ist die falsche Zeit mit dem Lachen aufzuhören..."
, doch nach den 84 Minuten des famosen Erstlings des Trios Jim Abrahams sowie David und Jerry Zucker muss eindeutig eine Zwerchfellpause eingelegt werden, will man nicht Magenkrämpfe herbeiführen.
Los Angeles - Flughafen. Die Maschine der Fluggesellschaft Trans-Amerika steht bereit auf der Startbahn. Öl wird überprüft, Scheiben geputzt, die Passagiere steigen ein. Auf dem Flughafen ist reges Treiben. Sektenmitglieder, Invaliden, Familien...sie alle wollen wohin...in diesem Flug vorzugsweise nach Chicago.
Natürlich besteht die Crew immer auch aus einem Haufen süßer Stewardessen. Unter ihnen auch Elaine. Elaine will nur eines - weg. Denn z.Zt. fühlt sie sich verfolgt, verfolgt von ihrem Ex Ted Stryker, der wiederum auch verfolgt wird...von seinem Vietnam-Traumata. Dort als Pilot hat er den Tod mehrerer Männer verursacht und hat seitdem Schuldgefühle, die ihn, als auch seine Umwelt stark belasten. Doch er kann nicht anders als Elaine zu folgen.
Glück im Unglück. Zwar hat er einige nervtötende Geschichten auf Lager, doch für die restlichen Passagiere ist er Rettung pur...schließlich ist er der einzige der Passagiere die keinen vergifteten Fisch gegessen haben und noch einen Pilotenschein dazu. Wäre da nicht das mangelnde Ego...
Ja, "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" war - was die Gebrüder Wright für die Luftfahrt waren: Pioniere!!!
Pioniere der überdrehten Parodien, die in der "Nackte Kanone" Reihe ihren Höhepunkt fand und in allen Genres ihre Nachahmer fand. Dabei ist das "Rezept" relativ einfach: man nehme ein gewisses Genre, addiere Überdrehtheit hoch 10 dazu und mische es mit einer Bandbreite von harmlos/geschmacklosen/bitterbösen Witzen. Denn wo die meisten Werke teilweise noch "blöd" sind, darf "Unglaubliche Reise in einem verrücktem Flugzeug" mit den bösesten Werken der Parodien gezählt werden. Schwarzer Humor am laufenden Band der fiesesten Sorte wird hier gereicht; dabei wird vor nix zurückgeschreckt: Ehebruch, Drogen, Kranke, Ausländer und Tod...
Beispiele: die Afrikaner, die im besten Bayern-Slang quatschen, oder aber ein Dialog zwischen 2 Kindern:
Er bietet ihr Kaffee an - "Sahne dazu?" "Nein ich nehme ihn schwarz - wie meine Männer...." Herrlich! Neben den Wortwitz gibt es natürlich fast immer in jedem Bild eine Absurdität zu entdecken; neben Feuerwehr, Krankenwagen rollen dann auch Eiswagen, Betonmischer und Traktor über das Rollfeld...und und und! Das Trio Abrahams/Zucker/Zucker war neben dem Drehbuch auch für Regie verantwortlich und schuf einen Klassiker des Genres. Dabei ihnen zur Seite standen auch eine Menge erstklassiger Schauspieler wie der spätere Leslie"Frank Drebbin" Nielsen, der hier einen Arzt mimt. Zwar hat er hier eine eher ernstere Rolle, doch die Art, wie er spielt macht dort schon Spaß. Ferner agiert noch Lloyd Bridges, der ja in den "Top Shots" Filmen dabei ist. Aber auch die "unbekannten" Darsteller sind äußerst spielfreudig.
Obwohl alles nur über den Wolken spielt kann der Film doch mit einer interessanten Story aufwarten, wobei das Hauptthema der damaligen 80er Welle - die Katastrophenfilme - entspricht. Brilliante Einführung: unter der hypnotischen Musik von John Williams taucht unter der Wolkendecke eine Heckflosse auf - Hommage an den "Weißen Hai"...was dieser für den Horrorfilm ist, ist "Die unglaubliche Reise in einem verrücktem Flugzeug": ein zeitloser Klassiker, der jedes Mal aufs Neue begeistern kann!
"Ich glaube es ist die richtige Zeit sich die Fortsetzung anzusehen..."