Review

Erste und auch einzige Regiearbeit von Tang Pang-tung, der zwar schon seit 1980 bei den Shaw Brothers tätig war, aber auch dort und seitdem sowieso nur sporadisch zu arbeiten schien und nach dem hiesigen Erscheinungstermin auch über keine weitere Beschäftigung verfügt. Ein unbeschriebenes Blatt, mit rudimentärem Karriereverlauf, dafür mit einem Film, welcher über gleich mehrere völlig uneinheitliche Alternativtitel wie Lethal Girls 2 und Guns of Master Killer, eine Auswertung auch in bspw. den Vereinigten Staaten und eine hilfreiche Besetzung in Form der Damen wie Yukari Ôshima und Sophia Crawford und der Herren wie (Ôshimas damaliger Ehemann) Mark Cheng, Lo Lieh und Gordon Liu verfügt:

Da derzeit vermehrt Waffen von China, darunter die berüchtigte Black Star Gun nach HK geschmuggelt werden, um dort Überfälle zu organisieren, wird Superintendent Lau Chen Fai [ Gordon Liu ] damit beauftragt, sich vor Ort um das Problem zu kümmern. Dort stößt er mithilfe vom chinesischen Kollegen Comrade Kau auf Lin Lo-Hung [ Yukari Ôshima ], die Tochter eines Generals, die allerdings auch mit dem älteren Waffenhändler Master Tian [ Lee Man-Tai ] liiert und über Uncle Kwan [ Tin Ching ] auch in den Schmuggel verwickelt ist. Während Lin zusammen mit Shu Lon [ Mark Cheng ], dem Bodyguard ihres Galans eine heimliche Affäre pflegt und über diesen an eine Gelegenheit zur Ausreise gelangen will, fängt Lau eine Affäre mit der lokalen Sängerin Li Wai-Ching [ Chik Muk-Chau ] an, welche auch von einem besseren Leben träumt. Als sich die Verhältnisse durch das Eintreffen von Boss [ Lo Lieh ] zuspitzen und der Undercover Nan [ Hung San-Nam ] auffliegt, eilt Laus Kollegin Officer Sophia [ Sophia M. Crawford ] zum Beistand.

Mit Schnauzbart, langen lockigen Haar und Goldkettchen am Handgelenk ausgestattet ist Liu auch der Hauptdarsteller der Szenerie, der beauftragte Cop, der dem Waffenschmuggel Einhalt bieten soll und deswegen extra in die Volksrepublik China, nach Shenzhen genauer mit dem Reisebus kutschiert. Im Selbigen wird auch noch schnell und dies in der Freizeit bzw. auf dem Weg zur Arbeit eine Trick- und Diebesbande hopps genommen; das eigentliche Problem liegt aber ganz anders, wie die Eröffnungsszene eines blutigen Überfalls auf ein Juweliergeschäft darlegt, bei dem nicht nur die Kundschaft und das Personal derbe zerschossen wird, sondern dem Wachmann gar der Schutzhelm im Kugelhagel vom Kopfe fliegt.

China hier noch als Bananenrepublik, als weites Land voller Missstände, Bürokratiegeklüngel und Korruption, wo man nur auf die Hilfe aus der kapitalistisch erfahrenen Sonderverwaltungszone oder den Pass und die Ausreise dorthin wartet und ansonsten mit Fahrrädern die steppenartige Pampa der Provinz durchquert. Selbst Videorecorder und Air Conditioner sind Mangelware, der Sold unzureichend und auch beim Essen (Reis statt Konservendosen) wird neidisch zum Nachbarn geblickt. Ein wenig herrscht hier Endzeitstimmung, die Räume karg, das Wetter klamm, alle streben nach Geld und steht die Gier nach Veränderung und Verbesserung buchstäblich ins Gesicht geschrieben.

Ähnlich trüb und ärmlich, wie sich die Zustände hier zeichnen gestaltet sich dann auch die Pro Win Production Co., Ltd. (die mittlere von ganzen drei Fabrikaten, nebst  Golden Venom, 1991 und Pink Panther, 1993), d. h. man wirkt nach dem einleitenden Massaker und dem finalen Schuss in den fliehenden Rücken selber wie danieder gestreckt und erlegen. Ein Drama dräut sich an, mit einer Dreiecksbeziehung zwischen zwei eher nichtsnutzigen Männer und einem Gangsterliebchen Schrägstrich Ehebetrügerin, wobei dieser Subplot allein durch die Anwesenheit von Ôshima in einer eher seltenen Rolle (mit amourösen Gefühlen und dem Einsatz des Körpers nicht bloß im Kampf) etwas an Aufmerksamkeit gewinnt und ansonsten so banal wie egal und nur zur Streckung der Laufzeit vorhanden und sonst eher zum Abgewöhnen ist.

Räudig wird es dann in den Actionszenen, vermehrt Schießereien, an einem kalten zerklüfteten Strand, in der vorher schon wie ausgebombten Ruine einer mit Graffiti und Zeitungsstapeln verschmierten Kirche (die Szene wurde für Iyo Ang Hong Kong, Akin Ang Manila!, 1994, der philippinischen Fassung von Power Connection, 1995 variiert), einem Triadenangriff mit Machete in einer beengten Kemenate oder einen buchstäblich brenzligen Feuergefecht auf Hoher See, wo bald tatsächlich die Flammen ausbrechen und schwimmende Gefährt erst nur brutzelt und dann in die Luft fliegt.

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