Als Junge wird Jeremy von seinen Mitschülern gehänselt und beim Schulball vorgeführt, wie eine Mischung aus „Prom Night“ und vor allem mit einem Verweis an „Carrie“ eröffnet dieser Teenieslasher. Dreizehn Jahre später schreit dies noch immer nach Rache, nicht umsonst legt das Drehbuch so offensichtlich die Fährte und lässt den Zuschauer rätseln, hinter welcher neuen Identität der einst gemobbte Jeremy nun blutige Morde begeht. Anlass dafür ist der Valentinstag, womit wir beim nächsten Klassiker, nämlich „Blutiger Valentinstag“ wären, nach dessen Vorbild folgen den makaberen Valentinsgrüßen die Mordattacken. Bleibt zu klären, wer hinter der Amormaske (ähnlich der in dem tollen „Alice Sweet Alice“) und dem Nasenbluten steckt. Der von sich überzeugte Unsympath Jason, Kates abservierter Alkoholikerfreund Adam, Dorothys schräger Begleiter, der sich bei ihr einnistet? Das Drehbuch arbeitet sich vornehmlich an den Konventionen des Neoslashers ab und setzt die Soapgesichter in genau jenes Licht, das keine Überraschungen birgt, sondern von vorne bis hinten stereotyp wirkt. Nicht, dass die Darsteller dementsprechend den einen oder anderen Tod aus dem Hinterhalt nicht verdient hätten, nur reicht das Teenagergetue von David Boreanaz („Angel“), Denise Richards („Wild Things“) und Co kaum zu mehr als zum Sprungbrett für eben solche Serien. Der Killer ist mit Jagdmesser, Pfeil & Bogen, Bügeleisen und Axt ganz gut ausgerüstet, nur sieht man davon in Aktion nicht sehr viel. Erst im letzten Drittel wird es etwas grafischer, doch als weiterer Schlitzerfilm im Gefolge von „Scream“ immer noch vergleichsweise harmlos. Dazu passend ist der finale Plot erbärmlich konstruiert und voller Logikpatzer, die selbst in diesem Subgenre unerträglich sind. Auffallend deutlich wissen die Frauen um ihre Attraktivität und reiten darauf bei jeder Gelegenheit herum, während die Männer hier nicht viel zu melden haben, sondern nur mit dem Schwanz wedeln. Während Regisseur Jamie Blanks drei Jahre vorher mit "Düstere Legenden" einen ganz witzigen Beitrag vorlegte, kopiert er sowohl sich selbst als auch alte Klassiker. An der Kamera war übrigens Rick Bota, mittlerweile selbst Regisseur einiger Sequels von "Hellraiser", der nicht enden wollenden Katastrophe.
Fazit: Da schwimmt Besseres im Fahrwasser der „Scream“-Nachfolger. Abgesehen davon bezieht sich Regisseur Jamie Blanks auf wesentlich gelungenere Slasher der alten Schule. 3/10 Punkten