Jungmädchenkiller an namhaften Feiertagen, die 793ste...
Jetzt muß auch noch der arme Valentinstag herhalten, obwohl den die Kanadier ja schon vor zwei Jahrzehnten gehörig in der Mangel hatten.
Dabei ist der vorliegende Standardslasher gar nicht mal unterirdisch schlecht, sondern einfach nur steeeerbenslangweilig, weil schwach aufgebaut, simpel konstriuiert, uninspiriert umgesetzt und absolut einfallslos, da nicht selten bei sämtlichen verfügbaren Vorgängern (und das sind verdammt viele) zusammengeklaut.
Ein Beispiel dürfte da der Ausgangspunkt sein, wo es den armen Schul-Nerd diesmal schon in der sechsten Klasse trifft, alle Mädchen sich aber schon zu 90210-Schicksen entwickelt haben. Und weil wir das schon öfters hatten, kombinieren wir einfach Vorbilder (Formel: Ablehnung und Verspottung aller hübschen Mädchen + kurzfristiges Geknutsche mit unattraktivem Mädel, daß ihn sofort verleugnet, weil + totale Verspottung diverser Jungens + Hoseausziehen + Mische + Übergießen mit einer roten (!!!) Flüssigkeit = Abrutschen + Schulwechsel + Halbkriminell + Psychiatriefall aka baldiger Serienmörder).
Wer jetze guuut aufpaßt, rät schon gar schnelle, daß der Mörder männlich sein muß (Ganz elementar, Watson!) und sich an den Girlies rächen will.
Mal ganz abgesehen von der Tatsache, daß er komplett vergißt, sich an den Jungs/Männern zu rächen (Hey, Bombenidee für Teil 2!), läuft im ganzen Film nur ein Mann rum, der a) nicht Polizist, b) nicht ein kurzfristig hereinschauendes Arschloch oder c) bald tot ist.
Moment, mal rechnen: Genau, der isses!
Dabei bleibt natürlich nur das Girlie übrig, daß ihn damals freundlich auf später vertröstet hat, was wir ebenfalls schon fest im Plan hatten. Alle übrigen vier müssen ergo dran glauben und das an einem einzigen Valentinsfest (und nicht, wie uns die Werbung öfters glauben machen wollte, jeweils auf aneinanderfolgenden). Da aber vier blutige Leichen noch keinen Film machen, bei dem man auf Spannungsaufbau, Einfallsreichtum und raffinierte Winkelzüge verzichten kann, muß einfach jeder dran glauben, der sonst noch eine Sprechrolle in diesem Streifen hatte, seien es nun Polizisten, Freunde, Bekannte, Hausangestellte und Ex-Freundinnen von Freunden. Das dient dann zu ca. einem Mord alle fünf Minuten, bei denen man sich im Falle der ersten drei Girl-Mordopfer noch etwas Mühe gegeben hat, ansonsten aber nur Füllmaterial vorherrscht.
Dazu noch Knaller wie Studentinnen, die allein in der Unität im Halbdunkel an Leichen rumsezieren, reichlich Tralala wie "Buh"s, "Wer ist da?", "Ist da wer?" und reichlich verdächtige Geräusche, die mächtig Angst machen, vor allem wenn man noch vier ist.
Ausstellungsstück sind dann auch nicht die Morde (vielfältig, aber weder besonders grausam noch phantasievoll) , sondern die langmähnig-blöden Girlie-Bratzen, schön hohlbirnig und blondgelockt, komplett mit Barbie-Jungmädchen-Einrichtung oder reichem Vati, der nach erster Scheidung eine Asien-Schlampe geheiratet hat, die jünger als die Tochter ist. Doch, ja, kann man mal schmunzeln, auch wenn es im Streitfalle zwischen Mädchen die Anwesenheit eines Mörders mal scheißegal ist, hauptsache es geht um Jungs. Selbst wenn sich Ex-Moppel die Haare im Klo ausspült, nachdem sie zweiundvierzig Hähne ausprobiert hat, wird das alles vollkommen ironiefrei serviert, versteht sich von selbst.
Echt knackig auch manche kaum bemerkbaren Extras, wie die Fete, die sich in einem gigantischen Haus total verläuft, so daß in den entscheidenden Zimmerfluchten, durch die gerade unser Killer hetzt, natürlich niemand ist (klar, gerade Billardraum und Yakuzi sind leer). Übrigens auch eine tolle Sitte sämtlicher Party People, aus dem Stand zu verschwinden, sobald ein grimmiger Killer mal die Sicherung rausdreht. Oh, ist dunkel, komm, wir gehen....
Darum muß auch keiner daran zweifeln, daß auf einen überlangen, nervtötenden Showdown (aka Dauerlauf durchs Haus), ein gar bombiger "böser" Schlußgag folgt, der einen Killer präsentiert, der es nicht sein kann und es auch nicht ist...ey, super....hätt' ich nicht gedacht, du...
Schauspielkunst ist hier nicht gefordert, David Boreanaz kommt geradewegs vom "Angel"-Set, so scheints, und hat nicht mal den Charakter gewechselt, Marley Chelton als Surviving Blonde ist ein Knack-und-Back-Hohlie a la Melrose Place und Katherine Heigl ist zu schnell tot, um uns wirklich aufzufallen. Bemerkenswert (negativ) allenfalls Denise Richards, deren Erstnennung bei der Besetzung sie nicht vor dem Tod im Yakuzi rettet. Ewig lange Haare, kurze Kleider, ein Mund, mit dem man Möhren quer essen kann, reichlich anzügliche Blicke und zweideutige Sprüche, doch wann immer hier ein Männe den Lümmel aus der Hose holen will (was einer tatsächlich tut), macht sie den empörten Rückzieher. Tscha, aber dann wie "Bückstück" aufbrezeln...
Jedenfalls ist sie auch weiterhin von Schauspielerei so weit entfernt, wie sie im letzten 007 komplett fehlbesetzt war (nur mußte da aus unerfindlichen Gründen leider Sophie Marceau sterben und sie überlebte), aber es reicht wohl noch, wenn reichlich 16jährigen die Hose eng wird, sobald sie die Lippen leckt.
An alle Anspruchslosen also die Botschaft: das ist der Film, auf den ihr schon lange gewartet habt, auch wenn ihr nicht herausfinden werdet wieso, weil es dafür keinen Grund gibt. Wer hiervon aber total von den Socken ist und sich die Knie wundrät, wer es denn nun gewesen ist, soll wenigstens seine Kinder später nicht in der Speisekammer großziehen, auf das sich das nicht vererbe. Der Rest schaut bitte im Videoschrank zum sechsten Mal "Monster im Nachtexpress" und wundert sich, wie gut der Film auf einmal wirkt. Zurück zum Nickerchen. (2/10)