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Was hatte „Scream – Schrei“ nicht alles losgetreten. Der Film sorgte nicht nur für eine Welle von neuen Teenie-Slashern, sondern auch dafür, dass dank der deutschen Titelschmiede in jedem Horrortitel das Wort Schrei erscheinen musste. Schließlich wollte man ja eine kleine Assoziation zum Hit schaffen. Und so kam es dann auch, dass aus dem Film, der im Original „Valentine“ heißt „Schrei wenn du kannst“ wurde. Regie durfte Jamie Blanks führen, der mit „Düstere Legenden“ schon einmal einen ziemlich gelungenen Slasher hingelegt hat.

Kinder können ja so grausam sein. Das muss auch der kleine J.M. feststellen, der beim Valentinstanz von allen Mädels einen Korb bekommen hat und von einer dicken auch noch so richtig verarscht wurde. Zum vollständigen Glück gab es dann auch noch eine Punschdusche und die Fresse dick. So etwas hinterlässt natürlich Narben, die so schlimm sein können, dass man sich Jahre später aufmacht, um all die bösen kleinen Mädels in die Hölle zu schicken.

„Valentine“ ist in den Bereich des Big Budget Slashers einzugliedern. Über Ausstattungen, Kulissen, Kameraarbeit und Sound kann man daher nicht meckern. Schon eher über die Schauspieler. Denn vor allem Denise Richards als Paige fällt mal wieder negativ auf. Sie beweist erneut, dass sie außer Grinsen nix auf der Pfanne hat. Zum Glück muss sie hier keine Atomphysikerin spielen ;-). Die übrigen Schauspieler gehen so in Ordnung. Allerdings weiß man sofort wer draufgehen wird und wer die Heldin ist. Nur die Reihenfolge bleibt offen.

Nächster Kritikpunkt ist die Handlung. Mal davon abgesehen, dass die Handlung um einen Looser, der sich an seinen Peinigern rächt alles andere als neu ist, wurden zusätzlich ziemlich viele Ungereimtheiten und Logikfehler eingebaut. Da klatscht beim Filmschauen schon ab und zu die Hand auf die Stirn, wenn man den Mumpitz sehen muss.
Bestes Beispiel ist die riesige Abschiedsparty, wo auf einmal alle Gäste abgehauen sind, weil mal kurz die Sicherung rausgedreht wurde. Natürlich funktionieren aber trotz Strommangels noch die kleinen Lampen im Hintergrund.
Wieso meuchelt der Valentinskiller auch nur die bösen Mädels und nicht auch die fiesen Jungs, die ihn damals so gepeinigt hatten?
Weshalb sieht die Killermaske so scheiße aus? Und wieso geht eine nuttig angezogene Frau mit einem Mann ins Schlafzimmer, wenn sie dann doch nicht mit ihm Matratzensport betreiben möchte? Natürlich geht’s beim Showdown auch nicht aus dem Haus in die Freiheit sondern lieber wieder die Treppe rauf.

Wer nun hofft, wenigstens dem „Rate wer der Killer ist Spiel“ beizuwohnen, der dürfte enttäuscht werden, da man eigentlich schon bevor der Film losgegangen ist weiß wer der Mörder sein muss. Falsche Fährten werden nicht und wenn nur richtig schlecht und vorhersehbar gelegt. Wenig Spannung also von dieser Seite. Besser sieht es da schon mit einigen Killer jagt Mädel Verfolgungsszenen aus. Vor allem die Anfangsszene mit der Medizinstudentin (Katherine Heigl) ist ziemlich gut geworden. Hier wird solide Kost geboten. Bei den eigentlichen Morden hagelt es dann aber wieder Punktabzug. Die Morde sind viel zu zahm und wirken sehr zurechtgestutzt. Außerdem braucht der Film ewig um in die Gänge zu kommen. Ewigkeiten passiert außer ödem Gelaber und Grinsen von Denise nix.

Fazit: Schade eigentlich, dass Jamie keinen besseren Film gezaubert hat. Mit „Düstere Legenden“ hat er ja gezeigt wie es geht. Hier wird nur eine Reihe Klischeeansammlungen geboten. Trotzdem kann der Film Fans des Genres noch immer mit Abstrichen empfohlen werden, denn es gibt wahrlich schlechtere Streifen als diesen hier.

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