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Endlich mal ein überzeugender Beweis dafür, dass nicht nur die Amis ordentliche Thriller drehen können, sondern auch der gute alte Kontinent. Aus la France war der deutsche Zuschauer nur luftig-leichte Komödien mit erotischen Flair gewohnt bis mit "Die purpurnen Flüsse" endlich einmal ein knallharter und überzeugender harter Thriller aus dem Land des Baguettes kam. An diesem Film können sich Bernd Eichinger und Co. mit ihrem Einerlei-Thrillerfilmchen mal eine Scheibe abscheiden.

Die Story zu erzählen fällt schwer, da diese - so ziemlich das einzige Manko des Films - ziemlich wirr und undurchsichtig ist. Ab und zu gibt es dann auch einmal die obligatorischen Logiklöcher, was allerdings im Gesamtbild dieses eiskalten Thrillers nur wenig stört.
Grob erzählt geht es um einen Bibliothekaren einer Elite-Universität in den Alpen, dessen Leiche merkwürdig verstümmelt in einem Gletscher aufgefunden wird und um eine Grabschändung 100 km entfernt. Diese Fälle haben aber nur auf dem ersten Blick nichts gemein. Alle spuren führen zur Elite-Uni, an der inzestiöse Eheverbindungen an der Tagesordnung sind. Der Rektor ist besessen von den "purpurnen Flüssen" - den Schaffen einer höheren Rasse...
Mehr will ich hier nicht verraten - es würde mir sowieso schwer fallen.

Mathieu Kassovitz, der mit "Gothika" schon Hollywood-Luft schnupperte, kann als Regisseur mit viel Sinn für Atmosphäre und Action-Timing überzeugen, weswegen sein Film äußerst kurzweilig geraten ist. Jean Reno gibt den brummigen Bullen so gut wie eh und je und Vincent Cassel überzeugt als polizeilicher Heißsporn. Allesamt sehr überzeugend.

So bleibt "Die purpurnen Flüsse" eine kleine Perle des Popcorn-Kinos, auch wenn man gar nicht erst versuchen sollte, der übermäßig komplizierten Handlung zu folgen. Auch entwickelt der Film einige gelungene Schockmomente - für Fans des gruseligen Mysterythrillers also ein absolutes Muss.

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