Review

Zwei französische Cops ermitteln an unterschiedlichen Fällen, doch die Spuren führen sie zueinander, so dass sie gemeinsam die bestialischen Morde an Mitarbeitern einer abgelegen Universität untersuchen und auf ein finsteres Geheimnis stoßen.


Als ich den Film irgendwann nicht arg lange nach seinem Erscheinen sah, war ich wenig angetan von der Story, ich hielt sie für wirr und unlogisch. Aber vermutlich war ich einfach nicht aufmerksam genug, denn jetzt nach vielen Jahren und nach aufmerksamer Sichtung finde ich Die purpurnen Flüsse ganz hervorragend.

Die Story ist funktioniert und ist logisch erzählt. Vor allem schafft es Kassowitz gekonnt, eine zunehmend unheimliche Atmosphäre aufzubauen und die Spannung nach und nach hochzutreiben, ohne allerdings das Niveau eines Fingernägelkauers zu erreichen.

Kamera und Score arbeiten ideal. Die Bilder sind teils höchst intensiv und die Stimmung beginnt schon in den ersten Momenten, wenn die Kamera in extremer Nahaufnahme über den nackten Körper einer Leiche fährt.

Das Ensemble spielt klasse und Cassel hat seine Stunts scheinbar selbst gemacht, was mir immer wieder gut gefällt. Nur als Handkante macht er beim Austeilen eine eher belustigende als harte Figur. Aber sei's drum, etwa Spaß darf man auch in einem ansonsten ziemlich finsteren Thriller haben, denn das eigentliche Thema, um das sich alles dreht, ist schon starker Tobak. Und leider ist das in unserer Welt 26 Jahre später irgendwie schon vorstellbar.

Das Ende ist nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss, das hätte etwas ausgefeilter sein dürfen. Da aber der Autor der Romanvorlage, Jean-Christophe Grangé, auch das Drehbuch geschrieben hat, dürfte das wohl im Sinne des Autors sein. Die schlimmsten Details, die Grangé im Buch noch höchst detailliert beschreibt, alle seine mir bekannten Romane sind ziemlich brutal und blutig, werden hier weitgehend ausgespart. Das Gezeigt reicht aber dennoch, um die düstere Atmosphäre zu untermauern und die FSK16 passt dabei auch.


Spannender, düsterer Thriller mit tollem Ermittlerduo. Gut gealtert, soweit man das bei einem gerade mal 26 Jahre alten Film schon sagen kann.

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