Inhalt:
Irgendwo in China vor vielen Jahrzehnten. "Uncle" Chan (Lau Kar Leung aka Liu Chia-Liang) ist mit seiner erstklassigen "Monkey Performance" einer der Stars des örtlichen Peking-Opern-Theaters.
Er tritt zusammen mit seiner sehr attraktiven Schwester, Chan Tsuei Hung ("Kara" Hui Ying Hung) auf. Und auf diese hat der Gangster-Chef Duan Shiangyuan (Lo Lieh) ein Auge geworfen. Doch Chan stellt sich vor seine Schwester..., und die würde Chan auch nicht im Stich lassen.
Und so fädelt denn Duan eine perfide Falle ein...!
Er fordert Chan im Spaß heraus..., sein KungFu zu zeigen..., und die "Drunken monkey fist" erfordert ein gewisses Quantum an Alkohol-Aufnahme.
Chan wird somit gezielt betrunken gemacht, und ist nicht mehr Herr seiner Sinne.
Und so landet Chan in einem Bett mit der Gespielin (Wong Man) Duan´s..., der dann den Gehörnten spielt.
Angeblich steht auf das Vergehen Duan´s die Todesstrafe durch Ertränken.
Um ihrem Bruder dieses Schicksal zu ersparen, wird Chan Tsuei Hung die Geliebte Duan´s..., außerdem muss Chan sich von den Schergen Duan´s die Hände zerschmettern lassen, damit dieser sich nicht eines Tages rächen kann...!
Die Jahre vergehen...., in der Stadt betreibt Chan auf dem Markt seine "Monkey Show", mit einem kleinen Äffchen, welches Kunststücke vorführt. Chan hat diesen Abstieg als Schicksal hingenommen.
Er lernt den zappeligen Straßenjungen "Little Monkey" (Hsiao Ho) kennen, der den Schutzgeldeintreibern um Tien (San Sin) manchen Streich spielt, und ihnen Geld abluchsen will!
Beide Männer freunden sich -trotz unterschiedlicher Charaktere- an.
Da wird "Little Monkey" von den Schutzgeld-Gangstern brutal verdroschen. "Little Monkey" will das KungFu der "Monkey fist" erlernen. Dazu gehen die beiden Männer in die Berge..., und ein so hartes wie auch chaotisches Training nimmt seinen Lauf...!
Chan kann seinem Schützling zwar einiges beibringen..., doch gelingt es ihm nicht, aus "Little Monkey" einen disziplinierten Kämpfer zu machen.
"Little Monkey" zieht los..., und es kommt wie es kommen muss...:
"Little Monkey" kann zwar durch agile Tricks und Mätzchen die Gangster besiegen..., doch wird er letztendlich im Domizil von Duan Shiangyuan nach kuriosem Kampf schwer gedemütigt!
Schlimmer noch..., Chan Tsuei Hung, die mittlerweile weiß, dass ihr Bruder Opfer einer bewusst eingefädelten Intrige wurde, wird, als die Situation eskaliert, tödlich verletzt, als sie in die Tiefe stürzt...!
Davon bekommt "Little Monkey" jedoch nichts mehr mit..., ihm gelingt es, wieder auf´s Land zu Chan zu entweichen.
Wieder wird das Training aufgenommen..., und intensiviert! Nur wenn "Little Monkey" endlich zu einem einigermaßen disziplinierten Kämpfer wird, hat er gegen Duan eine Chance...!
Es kommt zum finalen Kampf..., in welchem auch Chan eingreift, der erfahren muss, dass seine Schwester durch Duan zu Tode kam........
Fazit:
Im Jahre 1979 konzipierte Star-Choreograph und -Regisseur Lau Kar Leung (aka Liu Chia-Liang) diese in meinen Augen doch oft überschätzte KungFu-Klamotte für die Studios der Shaw Brothers.
Ein Jahr nachdem Lau Kar Leung für die Shaw Brothers den Eastern-Welthit "36th chambers of shaolin" ("Die 36 Kammern der Shaolin", siehe mein Review auf dieser website) als ernsthaft angelegten KungFu-Streifen in Szene setzte..., da wollten die Shaw Brothers den parodistischen Jackie Chan-Filmen Konkurrenz machen, und auf Blödel-Variationen des Genres setzen.
So wurde denn auch Lau Kar Leung damit beauftragt, sich diesbezüglich Gedanken zu machen, und einen solchen Streifen zu kreieren.
Heraus kam eine bunte, mit sage und schreibe 110 Minuten zu lang geratene KungFu-Klamotte mit überdehntem Plot, jeder Menge hoch intensiver Choreographien sowie mauen Blödeleien mit einem nervigen Hsiao Ho. Dem Typen hätte mehr Ernsthaftigkeit gut getan..., Hsiao Ho ist DER Schwachpunkt des Films, über andere Mankos hätte man da noch hinweg gesehen.
Eine einfache Geschichte wird auf 110 zu lange Minuten gedehnt, dies in den bunten Studio-Sets der Shaw Brothers, mit ihrer künstlichen Natur, das gibt dem Streifen aber auch eine besondere Atmosphäre. Die Außenaufnahmen entstanden in der Movie-Town der Shaw Brothers..., nur selten ging man hier richtig nach draußen.
Selbst das Training mit Lau Kar Leung und Hsiao Ho, da gibt es nur eine ganz kurze Außen-Sequenz. Auf den Händen gehen die beiden Protagonisten aus dem Bild, Schnitt, auf Händen gehend gelangen die beiden wieder in das im Studio gebaute Domizil in einer "Waldlichtung" unter hellblauem Kunst-Himmel und rötlicher Kunst-Morgensonne.
Der Streifen brauchte aber auch keine räumliche Offenheit..., diese Sets, diese Atmosphäre, das ergibt die typische Shaw-Note, die manchen Streifen des Studios rettete. Auch hier ist dies ein dringend benötigtes Plus.
Noch ein Schwenk, noch ein Schnörkel..., so dehnt Lau den Plot, gleichwohl die tempogeladene Handschrift des quirligen Regisseurs kaum Längen zulässt, das war letztendlich zu viel. Selbst die hochintensiven Choreographien ergießen sich da manchmal ins gefühlt endlose. Dass mir das bei DEM Regisseur passiert, hätte ich ja nie gedacht.
Lau hätte das also alles mehr raffen müssen..., und vor allem hätte er seinen Streifen nicht erst nach satten 95 Minuten in eine eher ernsthafte Bahn lenken dürfen.
Das kennen wir ja aus etlichen anderen KungFu-Komödien: Erst muss man durch manch dümmliche Comedy durch, dann erhält das ganze einen ernsthaften Anstrich durch hartes Training und einen Endfight auf Leben und Tod.
Durch so 70-90 Minuten Gesamtlänge brauch man darauf ja auch nicht so lange warten..., aber HIER? Eben doch. Und das macht es für den Betrachter und geneigten Eastern-Fan dann doch ein bisschen zäh, gleichwohl Lau die Story im Blick behält, und den Film noch plottechnisch ins Ziel bringt, immerhin.
Lau Kar Leung ist der Sifu..., seine Figur ist verbittert, ihm wurde übel mitgespielt. Sein Charakter ist also ernsthaft angelegt, okay.
Lo Lieh ist der verschlagene, brutale Villain, der seine Opponenten gerne demütigt, okay. Überhaupt retten beide darstellerisch hier so einiges.
Aber Hsiao Ho..., er kommt aus dem Mätzchen-Käfig nicht raus, selbst nach dem ersten Training nicht. Er zappelt sich durch den Streifen..., und bietet zuviel platten Klamauk. Man meint anfangs, ach, das geht ja noch, seine Figur wird sich schnell ändern. Doch Lau Kar Leung lässt sich mit einer gewissen, nötigen Läuterung Hsiao´s reichlich Zeit..., zu viel Zeit.
Erst in den letzten Minuten, nach einem 2. stärker dosierten Training (eine der besten Sequenzen, weil endlich konzentrierter trainiert wird, mit der Drunken-Master-Musik im Hintergrund, alles im Studio unter blauem "Himmel" und Kunst-"Sonne"), da wird Hsiao mit gegeltem Haar den Schalk im Nacken einigermaßen los. Viel zu spät, und "Kara" Hui Ying Hung musste erst ´sterben´.
Lam Fei-Wong blödelt überzogen mit..., "Kara" Hui Ying Hung sorgt für die Rache-Motive, sie und Wong Man sind bildhübsch, aber zu viel Make Up konterkariert diese Attraktivität beinahe. Die Villains neben Lo Lieh verkommen indes zu Kanonenfutter, und sacken dümmlich zusammen.
Einzig Lo Lieh als exzentrisch-skrupelloser Villain mit Hang die Gegner zu demütigen, und Lau Kar Leung als verbitterter Sifu des Zappel-"Helden" können in ihrem Spiel Akzente im darstellerischen Bereich setzen.
Wo lässt es Lau Kar Leung bekanntlich krachen? Bei der Action. Das sind hochintensive Choreographien..., mit viel Drive und hochbemüht geht Lau hier die Action an. Akribisch erdenkt sich der quirlige Regisseur und Kampf-Choreograph hier Sequenz für Sequenz, ja Move für Move, Schnitt für Schnitt...., die Gefahr der Verzettelung lässt Lau da schon mal außer Acht.
Dennoch..., es macht schon Laune..., und Lau hat einen hohen Anspruch an sich. Also hat er auch einen hohen Anspruch an seine Darsteller..., und Lau verlangt vollsten Einsatz und vollste Körperbeherrschung. Das merkt man..., und dem sollte man Respekt zollen.
Dennoch ist dies nur einer von nicht all zu vielen Lichtblicken.
Die Erwartungshaltung war vielleicht auch zu hoch. Die Autoren einer holländischen und einer schweizerischen website, die sich intensiv dem Genre widmen (es gab ja auch mal eine deutsche website darüber, aber das wurde ja durch einen Engländer versaubeutelt), waren des Lobes voll..., Ansichtssache. Ich sehe den Streifen etwas distanzierter. Die Freunde des klassischen Eastern waren sicher nicht so sehr.... und die Freunde von Eastern-Komödien nur bedingt überzeugt von jenem Film, der aber immerhin zu Shaw´s größten Kassenschlagern zählte.
Lau Kar Leung, Lo Lieh, eine typische Shaw-Atmosphäre in der Bildsprache sowie sehr bemühte und äußerst intensive Choreographien heben "Mad monkey kung fu" gerade noch so über den Schnitt.
Eine Bewertung im Bereich 7-10/10 halte ich für überzogen..., ich vergebe sogar noch etwas wohlwollende 6/10 Punkte, das halte ich für gerechtfertigt.