"Sado" ist wohl einer der am schwersten zu verdauenden Vertreter des Italosplatterfilms. Die Geschichte eines verzweifelten Ehemanns, der seine verstorbene Frau ausgräbt und fachmännisch mumifiziert um immer bei ihr sein zu können geht vor allem in thematischer Hinsicht durchaus an die Nieren, da der ganze Spass im Bezug auf die psychologische wie auch effekttechnische Umsetzung sehr glaubhaft und völlig humorlos in Szene gesetzt wurde. Es ist schon nicht einfach, sich die genüsslich zelebrierten, ungeschönten Ausweidungsszenen ohne Weggucken anzusehen, aber auch die übrigen Goreszenen können schon durchaus mit dem Attribut "pervers" belegt werden. Das Verbot nach §131 ist meiner Meinung nach absolut gerechtfertigt.
Die Meinungen über Meisterwerk oder Schund gehen sicher auch im Falle von "Sado" weit auseinander. Meiner Meinung nach hat "Sado" jedoch bei aller technischen und schauspielerischen Routine nichts mit wahrer Filmkunst zu tun, sondern offenbahrt vielmehr den recht kranken schöpferischen Geist des einschlägig bekannten Schundfilmers Joe D'Amato. Ein Spannungsaufbau gelingt praktisch nie, wirkliches Interesse an der Handlung entsteht ebenfalls nicht. Hervorstechende Perversion und ein sleaziger Italo-Dudelsoundtrack sind für mich keine Argumente, einen Film als "sehenswert" einzustufen - wenn gleich man dem Film eine durchaus brauchbare, interessant-morbide Grundatmosphäre nicht absprechen kann.
Das Verbotene hat seinen Reiz - deswegen landet auch "Sado" früher oder später in jedem Player...