Kürzlich hab ich mir SADO zugelegt - ein Film, der mich eigentlich nie so wirklich interessiert hat ( ...ich hab gedacht, da würd's um irgendwelchen S/M-Schweinkram gehen)...
Doch der Streifen hat es tatsächlich geschafft mich voll und ganz in seinen Bann zu ziehen.
Gleich zu Beginn fällt der umwerfend tolle Score auf. Der ist von der Italo-Synthi-Band GOBLIN, welche auch in diversen Argento-Filmen bereits für stimmige Atmosphäre sorgte.
Was einem dann geboten wird, ist ein Mix aus bestialischster Perversion und einigen ziemlich kruden Gewaltszenen, den ich jetzt mal versuche in Form einer Inhaltsangabe wiederzugeben:
Der junge, wohlhabende Frank wohnt allein auf einem schlossähnlichen Anwesen. Als Franks Herzallerliebste stirbt, stopft er diese aus und bewahrt ihren präparierten Leichnam in seinem Bett auf. Doch plötzlich bricht die Mordlust in Frank aus: Er lockt hübsche Mädchen zum Liebesakt auf sein Anwesen, tötet sie währenddessen, zerstückelt ihre Körper und beseitigt die Überreste in einem Säurebad mit Hilfe seiner Haushälterin oder Stiefmutter (ihre Rolle bleibt etwas im Dunkeln), zu der er ebenfalls eine erotische Beziehung hat ...
Besonders die Beseitigung der einzelnen Leichen wird sehr explizit und realistisch dargestellt. Diese Szenen wirken durchaus sehr hart. Insgesamt ist SADO aber auf andere Weise "brutal".
In SADO wird nämlich keine klare Grenze zwischen "Normalität" und "Perversion" gezogen. Frank, der Hauptcharakter, von welchem in SADO ein sehr eingängiges Täterprofil erstellt wird, wirkt äußerlich knabenhaft und unschuldig, seine Taten lassen aber nur auf einen Psychopaten schließen.
Als Zuschauer taumelt man daher selbst in einer Welt fernab von allgemeingültigen Moralvorstellungen, in welcher der Wahnsinn an Stelle der Norm steht.
Viele "Werke" von Joe D'Amato, wie z.B. ANTROPOPHAGUS oder ABSURD, konnte man eigentlich nur gut finden, wenn man eine ausgeprägte Vorliebe für Splatter- oder Trashfilme hatte.
Mit SADO hat der Schmuddel-Regisseur aber wahrlich ein Meisterwerk abgeliefert, welches sowohl mit einer tollen Story, als auch mit ordentlich Gore überzeugt.
Langeweile, wie in anderen D'Amato-Krachern ist hier definitiv nicht an der Tagesordnung.
Fazit:
SADO ist ein umwerfend guter, verstörender und harter (Serienkiller-) Streifen, der die Grenzen zwischen Realität und Wahnsinn aufhebt und einen Film wie PSYCHO wie ein friedlich grasendes Lämmchen erscheinen lässt.
Anschaupflicht!!!