Nach dem Tod seiner alles geliebten Freundin stopft ein junger Mann diese aus, um sie weiterhin bei sich zu haben. Doch da dies nicht ganz legal ist und er außerdem für die ein oder andere Frauenleiche verantwortlich ist, gibt es bald Probleme mit neugierigen Personen und einer plötzlich aufkreuzenden Zwillingsschwester der Verstorbenen.
Die meisten Werke von Joe d'Amato zeichnen sich nicht gerade durch besondere inhaltliche Tiefe oder glänzende handwerkliche Umsetzung aus, doch dass er auch anders kann zeigt sich bei diesem Film, den ich zu Herrn d'Amatos gelungenstem Beitrag küren möchte.
Die Geschichte ist überschaulich gehalten und hat augenscheinlich Elemente aus Alfred Hitchcocks Meisterstück "Psycho" übernommen, wobei das Hobby bzw. der Beruf des Tierpräparators der männlichen Hauptfigur und die innige Liebe und Abhängigkeit zu einer Toten mit tödlichen Folgen für anwesendes Weibsvolk die offensichtlichsten Parallelen sind. Trotzdem weiß die Story zu überzeugen und lässt uns einen Blick in das kranke Leben eines bis über den Tod hinaus Verliebten und seine nicht minder geisteskranke Haushälterin und deren Verbindung zueinander werfen, wobei ich nicht verschweigen möchte, dass einige Längen und Ungereimtheiten auszumachen sind.
Athmosphärisch betrachtet haben wir es hier mit einem rundum gelungenen Film zu tun. Über dem Ganzen liegt eine tief depressive Stimmung, die einen niederzuschlagen vermag. Auch meint man im Nachhinein über weite Strecken einen Traum erlebt zu haben, denn das Geschehen verbreitet durch die ruhigen Bilder, den Einsatz einer haufig statischen Kamera mit langen Einstellungen und einigen sanften schwebenden Bewegungen und die dazu wie die Faust aufs Auge passende Musik der grandiosen Band Goblin eine halluzinative Wirkung.
Besonders für Aufsehen gesorgt haben die angeblich erschreckend realistischen Effekte (d'Amato soll wohl vorgeworfen worden sein, mit echten Leichen gearbeitet zu haben), wobei ich dies aus heutiger Sicht nicht so ganz nachvollziehen kann, denn alle Effekte sind auch als solche auszumachen. Nichtsdestotrotz gibt einige Gemeinheiten, die ihre Wirkung nicht verfehlen, wie z.B. die legendäre Präparation der verstorbenen Geliebten inklusive Eingeweidegematsche und fieser Geräusche beim Einführen der Absaugungsvorrichtung fürs Gehirn durch die Nase, die Maniküre mit Hilfe einer Zange, die Leichenbeseitigung über ein Säurebad, Kehlenbiss und Lebendfeuerbestattung.
Hinsichtlich der Darsteller muss man einige Abstriche machen, denn bis auf die Darstellerin der Haushälterin, der ich mit dieser Miene nicht im Dunkeln begegnen möchte, setzt niemand schauspielerische Glanzpunkte.
Insgesamt hat Joe d'Amato mit diesem Beitrag einen Film mit einer ganz eigenen Athmosphäre geschaffen, der sich insgesamt wohltuend von anderen Werken des Mannes abhebt und zudem für die ein oder andere Gemeinheit gut ist.