Ein recht spätes, aber doch recht gut gemachtes Werk aus dem Hause Cannon, mit dem Peter Wellers Übersiedeln in den B-Bereich begann.
Schon der Auftakt präsentiert sich als überraschend witzig: Der Söldner Sam French (Robert Hays) soll einige Revoluzzer zum Sturz eines südamerikanischen Diktators führen, landet in der Schlangenbucht, wird dort aber bereits von Truppen des Diktators erwartet. Hays überlebt als einziger, das Fluchtschiff wird in die Luft gejagt und so blickt er im sinkenden Schlauchboot dem Untergang entgegen – allerdings stehend, mit einem flotten Spruch und ausgestrecktem Mittelfinger (bei dieser Szene könnte man meinen die Macher von „Fluch der Karibik“ hätten „Double Force“ als Inspiration für Jack Sparrows ersten Auftritt genommen).
Doch Sam wird gerettet, denn sein Kumpel Jake Wyer (Peter Weller) führt die Truppen an und will ihm das Leben retten. Die Kameradschaft der beiden Ex-CIA-Söldner wird Jake jedoch zum Verhängnis, als er Sam vor der Exekution bewahren und so ist er bald nicht nur arbeitslos, sondern zusammen mit Sam auf der Flucht vor den Truppen des Diktators. Das bietet dann auch Raum für eine nette Actionsequenz im guten alten Cannon-Stil.
Der CIA bekommt Wind davon und zwangsrekrutiert die beiden: Sie sollen den Diktator stürzen und seinen demokratischen Opponenten an die Macht bringen. Gezwungenermaßen machen sich die beiden daran die Rebellen auszubilden...
„Double Force“ ist vielleicht kein Referenzwerk der Cannon-Schmiede, aber doch ein wenig innovatives, flottes B-Movie. Der Plot bietet wenige Überraschungen (allenfalls das Ausscheiden der einen oder anderen Figur überrascht), ist nicht hochspannend, aber recht kurzweilig. Nur in der Mitte des Films hängt „Double Force“ etwas, widmet sich ein wenig zu lang der Ausbildung der Rebellen und arbeitet ein paar der Subplots einen Tick weiter aus als nötig wäre, denn diese bilden nur die übliche Verbrüderung der Rebellen und die Läuterung der geldgeilen Söldner zu wahren Freiheitskämpfern.
Action ist hier für Cannon-Verhältnisse nicht soviel vorhanden, nach den beiden Actionszenen zum Auftakt lässt „Double Force“ es für längere Zeit etwas lockerer angehen. Erst mit dem Start des letzten Drittels geht es wieder rund: Erst ein furioses Gefecht gegen einige Hubschrauber, danach kleinere Kampfhandlung und zum Schluss ein ordentlicher Showdown. Realismus sollte man besser nicht erwarten (die Truppen des Diktators zielen mal wieder lausig schlecht), aber fetzig und gut gemacht ist die Action auf jeden Fall.
Vor allem aber zeichnet sich „Double Force“ durch überraschend viel Humor aus: Das Buddyduo hat reichlich flotte Sprüche auf Lager, käbbelt sich stets und löst Dispute am liebsten per Münzwurf (daher auch der Originaltitel „Fifty/Fifty“). Mit überraschend viel Timing werden die Gags hier platziert, neben Wortgefechten gibt es auch lustige Momente, wenn Jake Haie mittels Raketenwerfer wegpustet oder ein Anmachversuch bei einer toughen Rebellin gründlich in die Hose geht.
Peter Weller und Robert Hays präsentieren sich zudem als großartig aufgelegtes B-Duo, spielen ihre Standardparts nicht nur mit viel Humor, sondern harmonieren auch als Team. In einer Nebenrolle als ihr CIA-Kontakt spielt auch Regisseur Charles Martin Smith und macht seine Sache auch recht ordentlich, so wie eigentlich alle Nebendarsteller.
An Referenzwerke des Hauses Cannon reicht „Double Force“ schlussendlich nicht heran, dafür hat der Standardplot ein paar Hänger zuviel und der Action fehlt noch der letzte Schliff. Doch dank der vorhandenen Konfrontationen, reichlich Humor und viel Tempo ist „Double Force“ ein kurzweiliges B-Vergnügen für alle Genrefans.