Review

Ich habe schon eine Menge Bücher von Patricia Highsmith gelesen und bedaure es sehr, dass diese ideenreich, scharfsinnig und vor allem sehr abgründig erzählende Autorin vor einigen Jahren verstorben ist. "Der Geschichtenerzähler" beruht auf einem von ihr verfassten Roman, den ich bis jetzt noch nicht kenne. Leider vermag er ihre Genialität nicht im geringsten weiterzuvermitteln. Wir dürfen stattdessen nur das durchweg nicht nachvollziehbare und nervig inszenierte Getue dreier schöner, saturierter Menschen beobachten, das zunächst von kriminellen Phantasien (der männliche Hauptdarsteller ist Krimiautor), später jedoch von krimineller Realität geprägt ist. Letztgenannte Figur wird von Udo Schenk verkörpert, einem durchaus brauchbaren Schauspieler, dessen Rolle in diesem Film aber schnell entnervend wirkt, da sein Schriftsteller einen hysterischen Anfall nach dem nächsten hat und dann immer mit Sachen um sich wirft, fremden Leuten Essen auf den Hosenlatz kippt usw. In den weiblichen Hauptrollen sind Anke Sevenich und Christine Kaufmann zu sehen, zwei sehr attraktive Damen, die beide auch kurz etwas mehr von sich zeigen dürfen. Aber nicht so viel, dass es diesen Film irgendwie tragen würde. Udo Schenk kommt gegen Ende übrigens auch noch dran. Die übrigen Schauspieler befremden teilweise ziemlich, besonders die Polizisten (Mr. Trenchcoat und Mr. Dufflecoat) wirken einfach nur bescheuert. Das ganze bewegt sich vom Aufwand und der Spannung her auf dem Niveau eines durchschnittlichen ZDF-Fernsehkrimis. Ich kenne zwar - wie gesagt - die Buchvorlage nicht, aber aufgrund meiner Erfahrung mit der Highsmith nehme ich an, dass sie tausendmal besser sein dürfte. Der Film scheint auf den Aufbau von Spannung zu verzichten, um ausführliche Psychogramme der Hauptfiguren aufzubauen, was ihm jedoch m. E. ebenfalls misslingt. Somit kann ich ihn nicht empfehlen.

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