Eine weitreichend gehaltene Einleitung, ein Unmut im Volke, ein Widerstand gegen die Unterwerfung, “Ich erkenne den Verräter nicht als Herren an.“, ein Angriff, zerteilte Leiber, Kanonen werden abgefeuert, Köpfe abgerissen, “Gebt das Zeichen!“, martialische Konturen, martialischer Score, donnernd und dröhnend. Ein Zweikampf wird geboten, Flucht und Verfolgung und Vernichtung und Verbreitung, zwei zufällig Vorbeikommende geraten mitten in das Geschehen, ein Pferd ist tot, mitten durchgehakt, es wird getrauert und betrauert, vermisst und Trübsal geblasen, es wird als Freund bezeichnet, das ist selten, Geschwisterpaar im Blick, der Vorgänger wie ungeschehen; als Regisseur hier nur Ching Siu-Tung genannt mit drei weiteren Martials Arts Direktoren um Yuen Bun, Ma Yuk-Sing, dem eher unbekannten Cheung Yiu-Sing, und natürlich Ching selber. Von den Bildern bleibt man gleich, den musikalischen Weisen, dem Phantastischen, dem Fantasievollen, dem Eindrücklichen, viel im Nächtlichen, wie im träumerischen Geschehen, viel Nebel, viel Wein, eine Veränderung des Landes, im Krieg gefangen, keine Zeit für Romanzen. Trotz Vorbereitung auf die Angriffswellen gibt es Verluste, es wird mit Schlangen und Skorpionen attackiert, mit dem Schwert gefochten, Bäume aus der Erde gerissen und Bäume halbiert. Die Nacht ist hier stahlblau, der Wald undurchsichtig und undurchdringlich, ein Haus voller Leichen scheinbar, das Überbleibsel der vorangegangenen Nacht, manche nur in Verstellung, dazu japanische Ninjasterne:
Ling Woo Chung [ Jet Li ], Ngok Leng Saan [ Michelle Reis ] und Mitglieder der Mount Hua School planen, sich aus dem Jianghu der Gemeinschaft der Kampfkünstler zurückzuziehen. Sie erfahren, dass Dong Fang Bu Bai [ Brigitte Lin ] die Kontrolle über den Sonnenmond-Heiligen Kult übernommen hat und heimlich mit einigen japanischen Rōnin um Hattori Sengun [ Waise Lee ] und Sarutobi Kazuki [ Chin Kar-Lok ] plant, gegen das Ming-Reich zu rebellieren und China zu beherrschen. Ling trifft den auch 'Invincible Asia' genannten Kampfkünstler zufällig, ohne seine wahre Identität zu kennen, hält ihn für eine schöne junge Frau und verliebt sich in "sie"; wobei er in einem unterirdischen Kerker eingesperrt wird. Dort macht er die Bekanntschaft mit Yam Ying Ying [ Rosamund Kwan, die Tochter von Wu [ Yen Shi-KWan ], dem ehemaligen Anführer des Sonnenmond-Heiligen Kults, und ihrer Begleiterin Blue Phoenix [ Fennie Yuen ].
Die Frau als Alleinstellungsmerkmal wird mehr in Augenschein genommen, eine Besonderheit, etwas Humor und Schabernack platziert, die Kreise ziehen sich enger um die Herberge, ein luftiges, ein freies Inszenieren. Jeder Näherkommende könnte ein Feind sein, man versucht es wieder mit dem Totstellen, dazu eine Ablenkung, ein Entkommen mit dem Pferd. Mit und gegen die Natur wird hier gearbeitet, die Elementarkräfte benutzt, neue Bekanntschaften gemacht, in fremde Reiche eingedrungen, der Schwerkraft getrotzt, viel dem Wirework abgetrotzt, der Akrobatischen Kunst und Ausweichmanöver. Eine große kleine Bruderschaft herrscht hier vor, mit Li als großem Bruder, als Anführer, es wird viel in der Landschaft gefilmt, im Wald, dazu aber auch städtisches Leben, es geht um Diktatur und Unterjochung, dazu ein Krieg gegen Korea, mit Schusswaffen Zielschießen geübt, auf lebendige Projekte, auf Objekte, Verlockung und Abschreckung gleichzeitig.
Um tödliches Wissen geht es hier, zu Neugierige werden massakriert, nur ein roter nasser Fetzen Fleisch über, an jeder Ecke lauert und kauert die Gefahr, die Wind- und die Lichtmaschine auf Hochtouren, die Schwerter wirbeln wie verrückt, massig Drehungen und Wendungen, Li macht die Hauptrolle in einem Ensemblefilm, er ist ernster als zuvor Sam Hui, er kann aber auch spielerisch sein und jugendlich. Neben dem Krieg gegen die Herrschaft geht es auch um den Krieg der Geschlechter, ein Spiel mit Gefühlen und der Sexualität, der Transsexualität, der Homosexualität, auch dem Inzestuösen. Viel Zeit und Lust auf Bettgeschichten bleibt nicht, es wird Kampfkunst, Kampfgeist und Körperbeherrschung geboten, Lin als Frau weiser, reifer auch als Li, sie passt sich der Umgebung an, er ändert seine Pläne für sie, die Frau triumphiert, gewinnt, ist mühelos mächtiger als der Mann; diese nur “Spielbälle des Schicksals“, das sagt das männliche Pendant hier selber. An Dekoration (und Kassenerfolg, #8 des Jahres vor Twin Dragons und Police Story 3: Supercop) ist man reichhaltiger als der Vorgänger, u.a. wird ein Kerker gezeigt, mehr im Palast spielend, eine Befreiungsaktion, die Kameraarbeit agil und erfinderisch, ein Spiel mit dem Feuer auch, eine buchstäblich brenzlige Situation, einige Szenen stammen auch direkt auch direkt aus einem Horrorfilm, einem armen Insassen werden die Glieder mit Stahlketten vereint und verbunden, eine Art organische Manipulation; Wachen wird die Luft entzogen und sie 'geschrumpft', quasi eine Implusion. Eine Schreckenszeit, von allen Seiten, von allen Beteiligten, dazu entstellt man sich zuweilen selber, um nicht erkannt zu werden.
Das Blut fließt aus eigentlich geschlossenen Wunden, Li möchte da nicht mitmachen, er sucht den Frieden, die Freiheit, die Ruhe in der Abgeschiedenheit der Berge, ein weiter Weg dahin, mit vielen Hindernissen. Im Vergleich hierzu war der Vorgänger geradezu romantisch, er machte auch wenig Gefangene, er war emotional aber einfacher, eindeutiger, er spielte im überschaubaren Rahmen, die Bestrafungen sind hier größer, “Du bist ein sehr schlichtes Wesen. Ich brauche dich nicht.“, “Liebe ist nichts.“, “Ich möchte eher sterben, als ohne euch weiterleben. Verlasst mich nicht.“, der Preis für das Erlangen übernatürlicher Kräfte, die Formel zum Sieg, eine Mehrdeutigkeit, ein Leben der Ablehnung. “Der Weg des Schwertes führt in die Hölle.“, ein Blutbad sondergleichen, ein Haus in Fetzen gerissen und in Brand gesetzt, teilweise ein Schattenspiel, nur die Silhouetten zu sehen, teilweise grafische Details, nicht bloß Organe aus den Körpern gerissen, die Menschlichkeit außer acht gelassen; dabei ist die Menschlichkeit der Weg zum Sieg hier, ein Schlachtengemälde am Ende, fünf Beteiligte zerstören eine ganze Festungsanlage, es wird literweise rote Lebenskraft vergossen.