Review

Um schnell zu Geld zu kommen, heckt das Ganoven-Trio Fred, Brad und Walt den perfiden Plan aus, die populäre Schauspielerin Candice Tyler zu entführen und mit dieser auf einer abgelegenen Farm einen Porno zu drehen, der einmalig live im Internet gesendet werden soll, um so pay-per-view-mäßig die geifernden Fans der besagten Aktrice, die sich bislang geweigert hatte, in ihren Filmen nackt aufzutreten, zur Kasse zu bitten. Zunächst scheint auch alles wie am Schnürchen zu klappen, denn dank der Verschlüsselungen von Computer-Fachmann Walt sind weder die Konten, auf die das Geld eingeht, noch die Übertragung im Netz zurückzuverfolgen. Das Unterfangen gerät allerdings ins Wanken, als sich Brad als paranoider Psycho entpuppt, der befürchtet, dass ihn seine Kollegen um seinen Anteil an der Kohle betrügen könnten und zudem darauf drängt, Candice als einzige Zeugin, die sie identifizieren könnte, im Anschluss an den Dreh einfach zu beseitigen... Die Zeiten, als Regisseur Mark L. Lester in "Phantom Kommando" noch Arnold Schwarzenegger höchstpersönlich ins Feld geschickt und einen der quintessenziellen 80er Jahre-Actiongülle-Klassiker schlechthin abgeliefert hatte, sind schon lange vorbei, seit spätestens Mitte der 90er wird seine Karriere stattdessen lediglich von mal mehr, mal weniger solide gefertigter B-Movie-Ware bestimmt, der allerdings kaum noch irgendein Glanz anhaftet. Bei dem augenscheinlich zur schnellen DVD-Verklappung runtergekurbelten "Killing Candy" handelt es sich dann auch sogar nur um ein relativ schäbiges Erotik-Thrillerchen, das gleich mal zur Gänze auf spektakuläre Action verzichtet und entgegen der Erwartung, die man eigentlich so an das Sujet stellt, auch nicht wirklich sexy aufgebauscht daherkommt... und das mit Coolio und dem dicksten Baldwin-Bruder in den Ganoven-Rollen auch leider nur mäßig besetzt ist. Okay, um Lesters allerschlechtesten Film handelt es sich hier vielleicht nicht (da gibt es noch zwei, drei härtere Kandidaten), aber die Pämisse ist schon der reinste Abtörner und die Inszenierung gerade mal solala, und dann hat man noch nicht mal den Anstand, sich ungeniert in niederen Sleaze-Gefilden zu suhlen. Stattdessen kriecht die Handlung lediglich auf eine einzige Sex-Szene mit Ansage zu, die dann noch nicht mal so richtig als Höhepunkt durchgeht, auch wenn die attraktive Hauptdarstellerin Jenya Lano da endlich doch noch aus ihren Klamotten fährt. So wirklich von Interesse und leidlich unterhaltsam sind dann aber nur die letzten zwanzig Minuten, in denen Coolio dezent am Rad dreht und in Genre-Manier ein deppertes Psychopathen-Finale unter Niveau andeutet. So könnte man "Killing Candy" dann eigentlich auch als die Belanglosigkeit, die er ist, schnell abhaken und vergessen... wenn sich da nicht urplötzlich mittendrin - ob nun gewollt oder ungewollt - eine Art Meta-Ebene auftun würde, denn immerhin hat man es hier mit einem abstrusen Sex-Thriller zu tun, der von einer Schauspielerin handelt, die mit ihren Auftritten in abstrusen Sex-Thrillern hadert, deren wahres Leben anschließend aber tatsächlich zum noch abstruseren Sex-Thriller wird. Da aber nicht klar erkennbar ist, ob Mark L. Lester auf die Art doch noch irgendeinen Kommentar zum Gezeigten abgeben wollte, oder ob ihm das einfach nur so durchgeflutscht ist, erfährt die Chose dadurch nicht unbedingt 'ne inhaltliche Aufwertung, aber man hat zumindest ein bisschen was, worüber man anschließend nachdenken kann...

5/10

Details
Ähnliche Filme