Review

Die hübsche junge Sinthia wird von einer düsteren familiären Agenda belastet, woraufhin sie ihre Eltern tötet. Fortan wird sie von dämonischen Visionen heimgesucht, die vor allem ihre sexuellen Obsessionen wiederspiegeln...

Zumindest was den Titel anbelangt hat sich Regisseur Ray Dennis Steckler mit "The Incredibly Strange Creatures Who Stopped Living and Became Mix-Up Zombies" ein kleines Denkmal gesetzt. Oftmals in einen Topf mit anderen Knallchargen wie Andy Milligan oder Ted V. Mikels geworfen, hat der 2005 verstorbene Filmemacher zumindest hier bewiesen, dass bei ihm zumindest Spurelemente von Talent vorhanden waren. Zwar ist "Sinthia, the Devil´s Doll" eine spottbillig produzierte Mischung aus Horror, Sexploitation und Möchtegern-Kunst. Im Vergleich zu vielen anderen Grade-Z-Heuler jedoch nicht ohne Reiz.

Eine richtige Story gibt es nicht. Dafür ist "Sinthia" eine Collage aus halluzinativen Bildern, die wie ein "76-minütiger LSD-Trip wirken", so das Booklet von Something Weird Video. In der Tat sind die Spielfilm-Sequenzen äußerst läppisch, die zahlreichen Traumvisionen und Wahnvorstellungen jedoch von faszinierendem Surrealismus. Steckler tunkt seine Bilder nicht selten in puffiges Rot, um dann unversehens in völlige ausufernde Farbspiele überzugehen. Nicht selten sind die Bilder komplett verwaschen, was auch am Alter des Filmes liegen mag. Realität und Fiktion verschwimmen immer mehr, in mehreren Halluzinationen sieht Sinthia sich selbst als Tänzerin bei okkulten Tempelritualen. In anderen wird sie von bizarren Gestalten am Strand verfolgt. Einige Szene wie eine pornoesque Theateraufführung sind eher unfreiwillige komisch, andere Sequenzen machen überhaupt keinen Sinn.

Um das Ganze noch ein wenig aufzupeppen hat Steckler den Streifen mit etwas Softsex versehen. Angeblich war "Sinthia, the Devil´s Doll" sogar sein erster Abstecher ins horizontale Filmgewerbe, bevor mehrere Pornos folgen sollten. Allgemein hin ist dieses Werk jedoch genau das, was viele unter obskurem Underground-Kino verstehen würden. Für Fans des unterschlagenen Films durchaus einen Blick wert. 7 von 10 Punkten, wobei hier garantiert niemand vom Glauben abfällt.

Details
Ähnliche Filme