Alle die den Film mögen und keine Kritik vertragen, sollten die ersten zwei Absätze überspringen.
Hm.....zuerst sollte ich sagen, dass ich Patrick Swayze hasse. Dies liegt zumeist - wie ich selbstkritisch bemerken muss - eher an den klischeebeladenen Macho-Rollen, die von ihm verkörpert werden. Diese würde ich ihm aber auch privat abnehmen.
Der Film hat gleich zu Anfang alle erdenklichen Klischees ausgeschöpft, was beim vermittelten Bild der Frau anfängt und bei der schwarz-weiß Charakterausarbeitung endet. Die gesamte Stadt ist in gut und böse aufgeteilt, wobei auffällt, dass bei einem 'Vergleich mit der Realität', der US-Kleinstadtbürger als eine friedliche, hartarbeitende und grundehrliche 'Haut' ohne jegliche Reflektion dargestellt wird. Das Motto lautet stets: Wenn es nur nicht diese gemeinen Gangster gebe, wäre die Welt hier! viel schöner. Bevor mir jemand widerspricht, möchte ich noch mal auf die Wahl bzw. Entwicklung des weiblichen Parts an Swayzes Seite zusprechen kommen. So wird zuerst die wasserstoff-blonde (später erfahren wir, dass es die 'mitresse' des Oberarsches ist) vorgestellt und der Film verliert sich in pseudo-kritischen Ansätzen zum Thema Schönheitsideal, indem Swayze diese abblitzen ließ. Er tut dies jedoch auch mit der brünetten Kellnerin, um schließlich bei der oberflächlich-attraktiveren - natürlich blonden - Ärztin zulanden. Besonders ätzend wird es dann schließlich, als er sich besann die Rache für die entrechteten und drangsalierten (aber im Grunde absolut friedlichen Hilly Billys) Bürger einzuleiten. Dies war natürlich mit seinen Wertvorstellungen erst nach dem Mord an seinem besten Freund vereinbar.
Dennoch weiß 'Road House' durch seine stimmige Atmosphäre und wirklich guter Musik zu unterhalten. Ich muss sagen, dass ich mich eigentlich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt habe. Die Actionszenen waren ordentlich choreographiert und Blut fließt auch einiges. Allerdings war die berüchtigte Kehlkopfszene wesentlich unblutiger als die finale Erschießung des Oberarsches durch die betroffenen Bürger. Mich hat es allerdings gestört (schon wieder), dass es Swayze kategorisch abgelehnt hat die herumliegenden Waffen zu benutzen. Nicht der Gewalt , sondern des Realismus' wegen.
Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit. 4/10