Review

Patrick Swayzes Schauspielkarriere ist ein einziges Auf und Ab, was nur zu einem Anteil seinem fehlenden Gespür für die richtigen Rollen zuzuschreiben ist. Mitte der 90er Jahre, genauer gesagt nach „Gefährliche Brandung“, führte sein Weg langsam aber sicher in den B-Movie-Dschungel, wo er endgültig zu versinken drohte, sich inzwischen aber langsam wieder herauskämpfen kann. „Road House“, Ende der 80er gedreht, ist, betrachtet man seine Erfolge wie „Ghost“ oder „Dirty Dancing“, als mittelprächtig einzuordnen, gibt es doch passable Action, die aber von der bescheuerten Story nicht ablenken kann.

Swayze gibt hier den knallharten Rausschmeißer Dalton, der jeden heruntergewirtschafteten Club in eine Vorzeigedisco umwandeln kann, sich selbst die Wunden näht und, als hätte es Steven Seagal nie gegeben, mit ein und demselben Gesichtsaudruck durch den Film zu marschiert.

Der lächerlich grenzdebile, an schlechte B-Movies erinnernde, Plot ist eine Frechheit, sondergleichen und das wohl größte Ärgernis des Films. Die Kleinstadt wird (natürlich) von einem schmierig, fiesen Gangsterboss (so eine Art Mafiapate auf dem Lande) terrorisiert, so dass die grundehrlichen, hart arbeitenden, hilflosen Bürger fleißig ihren Zehnt abdrücken müssen. Tun sie das nicht, wird ihnen die Bude abgefackelt. Swayze, dem sich so ziemlich jedes Weib an den Hals hängt, wohnt, nur von einem Fluss getrennt, gegenüber von seinem Widersacher und irgendwann hat man sich gegenseitig genug provoziert und geht aufeinander los. Doch dahin ist es ein langer Weg.

Dieser führt aber eigentlich nur zu zwei Locations: Der, neonfarben ausgeleuchteten Bar und Swayzes Rammelhöhle. Sind die Aufräumaktionen nach Motto „Werft sie raus, aber seid nett“, denen übertemperierte Rausschmeißer, dealende Kellnerinnen, diebische Barmänner, aber auch jeglicher Abschaum der Stadt, wie Nutten, Quartalssäufer und sonstiger Bodensatz des sozialen Bodensatzes noch ganz nett, bleiben die Prügeleien die einzigen Highlights dieses Machwerks. Ordentlich choreographiert, mit Martial-Arts-Einlagen gespickt, gibt es für einige unwillkommene Gäste einiges vor die Kauleiste, bis die Zähne wackeln, Augen blau anlaufen, Nasen, Beine et cetera gebrochen sind oder Blut fließt. Später darf Mentor Sam Elliott mit langer Mähne übrigens auch noch vom Leder ziehen und seine schlagkräftigen Argumente zum Besten geben.

Neben der überzeugenden Musikuntermalung kann das bleihaltige Finale, in dem Rächer Swayze sich in die Höhle des Löwen begibt und alles ausschaltet, was ihm über den Weg läuft, überzeugen. Rein vom Actionanteil betrachtet, ist „Road House“ ein teures B-Movies, das durchaus Klasse besitzt, nur leider kreist über ihm ein Damokles-Schwert, genannt Drehbuch, dass ein einziges Desaster ist. Neben dem Klischeeplot nach typischen B-Schema stören vor allem das ewige chauvinistische Posieren jedes männlichen Darstellers und Swayzes Beziehungskisten.

Fazit:
Durchschnittlicher Prügelactioner, der ordentliche, harte Kloppereien zu bieten hat, ansonsten aber sehr fad geriet. Das Script mit seiner Schwarz/Weiß-Malerei ist kaum an Lächerlichkeit zu überbieten, während das maskuline Machogehabe auf die Dauer unerträglich ist. Dafür gibt es aber eine ordentliche Musikbegleitung und viel freie Haut zu sehen. Wer so was mag…

Details
Ähnliche Filme