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Der Bar-Besitzer Tilghman holt den legendären Rausschmeißer Dalton in sein Hinterwäldler-Kaff, um seinen heruntergekommenen Schuppen von unliebsamen Subjekten zu säubern und so das Geschäft anzukurbeln. Die Rechnung geht auf und bald schon floriert der Laden... sehr zum Missfallen des Kleinstadt-Despoten Brad Wesley, der das Nest mit eiserner Faust regiert und sich auch gerne Tilghmans Bar unter den Nagel reißen würde. Als Dalton etwas mit der örtlichen Ärztin Elizabeth anfängt, auf die Wesley schon immer scharf gewesen ist, eskaliert die Situation und Dalron muss die Fäuste sprechen lassen. Kein Problem für ein Karate-Ass mit Abschluss in Philosophie, gelle. Nach seinem Mega-Erfolg in dem Tanzfilm-Hit "Dirty Dancing" (immer noch der Lieblingsfilm aller Mütter neben "Vom Winde verweht"...!) hat Patrick Swayze sich wohl in den Kopf gesetzt, eine Karriere als Action-Hero anzustreben, sich dafür allerdings nicht unbedingt die besten Star-Vehikel ausgesucht... remember "Steel Dawn - Die Fährte des Siegers" und "Ruf nach Vergeltung", anyone? "Road House" ist der einzige Streifen, der in dem Aufwasch entstanden ist, der sich im kollektiven Zuschauer-Bewusstsein nachhaltig festgesetzt hat, aber das nicht, weil er besser wäre, als die anderen genannten. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn hier kommt soviel zusammen, was einfach nicht zusammen passen will, dass das Ergebnis echt zum Schießen ist: Hirnrissige Prügel-Szenen und Bar-Schlägereien ohne Ende, schnubbelige Hartarsch-Dialoge aus der Hölle ("It's my way or the Highway...", "I used to fuck guys like you in prison!"), eine simplistische Neo-Western-Story, die zum Ende hin auch noch in Richtung sinnlos-brutaler 80s-Action kippt, und ein durch die Bank fehlbesetzter Cast. Ben Gazzara liefert als Ober-Baddie zwar 'ne tolle Show, er ist aber halt nunmal leider ca. 400 Jahre älter als Swayze, der hier von der ganzen Tanzerei immer noch echt fit und durchtrainiert ist, und damit in der finalen Konfrontation nicht unbedingt ein würdiger Gegner... aber, ei der Daus, selbst da weiß das Drehbuch noch 'nen unvorhersehbaren Haken zu schlagen!!! Was im Endeffekt eigentlich nur purer Trash zum Abhaken und Vergessen sein sollte, wird unter der Aufsicht von Regisseur Rowdy Herrington zum echt memorablen Schundfilm-Highlight... es reicht aktuell sogar immer noch für eine Anspielung in 'ner Multi-Millionen-Dollar--Mainstream-Comedy mit The Rock, die die Leute sogar verstehen. Kurzum, "Road House" ist ein furchtbarer Film, aber er ist compulsively watchable, und wird uns vermutlich alle überleben...

5/10

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