Der Film beginnt mit einem Gefecht zwischen südkoreanischen und nordkoreanischen Truppe, die in Süden eingedrungen sind um Präsident Park Chung-hee zu ermorden und dem Attentat eines Gangmitglieds während einer Hochzeitsfeier. Der Film schwenkt geschickt zwischen beiden Szenen hin und her - unterlegt von einem pathetischen Orchesterstück, das mehr als nur ein paar Noten von Hans Zimmers „The Rock“ Soundtrack ausgeliehen hat.
Die ersten 10 Minuten zeigen bereits zu Beginn das hohe inszenatorische Niveau aktueller Filme aus Südkorea. Schnitt, Kameraführung, Dramaturgie – alles ist perfekt. Und das soll in diesen Disziplinen auch in den nächsten zwei Stunden so bleiben.
Nach der Einführung, wird die eigentliche Geschichte allerdings entsetzlich konventionell und wiederholt das übliche Trainingsprozedere anderer Filme, in denen ein Sonderkommando für eine unmögliche Mission ausgebildet wird. Da die Rekruten Schwerverbrecher sind, die mit dieser Mission dem Strang entkommen konnten, darf man auf der abgelegenen Insel Silmido etwas sadistischer Vorgehen als woanders. Da der Film aber immer noch aus Südkorea kommt, gibt es auch die üblichen Prügelszenen und sonstige Rituale koreanischer Männer, wie heftige Heulattacken und kindisches Herumalbern.
Erschwerend kommt hinzu, dass nur wenige Schauspieler während der Trainingsphase wirklich aus der Masse hervorstechen. Nur Ahn Sung-kee, der schon in Musa die beste Vorstellung des Ensembles gab, kann hier punkten. Sogar der Attentäter auf der Hochzeitsfeier, dem immerhin die Hälfte der Eröffnung gehört, ist hier nur noch einer von Vielen.
Deutlich interessanter wird der Film wieder, wenn die Einheit sich in die Boote setzt, gen Norden paddelt und kurz danach zurück gerufen wird. Hier erfährt man auch deutlicher den zeitlichen Rahmen der Mission (2 Jahre) und Politiker und der Geheimdienst kommen ins Spiel. Der Film konzentriert sich nicht mehr nur auf das Training und den Auftrag, sondern erläutert auch Hintergründe und den Konflikt zwischen Militärs und Politik. Hier gelingt es auch durch kleinere Episoden einzelnen Insassen und auch ihren Bewachern mehr Tiefe zu verleihen. Für den Teil zwischen dem Rückzug des Auftrags und der Entscheidung über den Verbleib der Spezialeinheit, die eigentlich gar nicht (mehr) existieren dürfte, vergeht noch einmal fast ein Jahr, was sich auch in der Laufzeit widerspiegelt, da man nicht zwanghaft versucht so schnell wie möglich die Situation eskalieren zu lassen. Die Zusammenführung der Protagonisten funktioniert in dem Teil des Films nämlich wesentlich besser als vorher und lässt das tragische Ende so auch glaubwürdig erscheinen. Und das ist auch dringend notwendig, denn das Ende ist im Gegensatz zur Zeit im Lager vorgegeben und dokumentiert. Entscheidungen und Ereignisse die dort geschehen, müssen vorher deutlich vorbereitet werden und das gelingt dem Film auch.
Problematischer wird’s da schon wieder mit der Ideologie, die der Film vertritt. Die Verbrecher, die am Ende immer noch das Attentat durchführen wollen, werden als Helden verklärt und der Film versäumt es, klarzustellen, dass eine Ermordung von Kim Il-sung unweigerlich zu einem zweiten Bürgerkrieg geführt hätte. Was die zudem unsympathisch gezeichneten Bürohengste dazu überhaupt bewegte, den Einsatz abzublasen. Auch fällt völlig unter den Tisch, dass eigentlich der südkoreanische Präsident den Auftrag für das Attentat und wohl auch für das Ende der Mission mit all seinen Konsequenzen gegeben hat.
Dennoch ein interessanter und irgendwie auch einmaliger Film, der ein dunkles Kapitel des Kalten Krieges nacherzählt, der auch so schon für viel Aufruhr im Land gesorgt hat, aber mit weniger Angst vor der Wahrheit und mit etwas mehr Objektivität ein Meisterwerk hätte werden können. Aber wenn man eines der teuersten Filme des Landes inszeniert, damit ein großes Risiko eingeht und sich einer der amerikanischen Geldgeber (Columbia Tristar) vorher von dem Projekt verabschiedet, sind das Zugeständnisse, die man wohl akzeptieren muss. Finanziell gelohnt hat sich, den der Film spielte bisher mehr als das 10-fache seiner Produktionskosten ein und ist der zweiterfolgreichste Film Südkoreas.