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Dem Koreaner Park Ki-Hyung ist mit seinem bereits 2003 fertig gestellten (aber erst jetzt international durchsickernden) ACACIA ein intelligentes und atmosphärisch umklammerndes Pendant zum Genretopoi „dämonische Göre“ gelungen. Nur anfänglich besteht der Eindruck, es ginge ihm nur um eine packende Inszenierung mithin der Parameter dieses Subgenres, dann beginnt er die Schablone geschickt aufzubrechen. Aber auch in der nun schnell wahrscheinlicheren Deutung, die ein Elternpaar als unfähig im Umgang mit dem von ihnen adoptierten, sehr sensiblen und hyperintelligenten Kind beschreibt, büßt ACACIA nicht seine übernatürlichen und schaurigen Qualitäten ein. Ein eiskalter Hauch verweilt, und frisst sich zunehmend tief ins Knochenmark, als das Kind nach einer Konfrontation mit seiner Adoptivmutter aus dem Haus rennt und spurlos verschwunden bleibt. Während nun der psychische Verfall der verzweifelten und von Schuldgefühlen gemarterten Frau immer drastischere Ausmaße annimmt, beginnt auf wundersame Weise ein altes, längst totes Akaziengehölz im Garten wieder dicht an Blättern und Blüten zu tragen, und auch darüber hinaus ein neues, sehr eigenwilliges Leben zu entwickeln. Aber damit, fürchte ich, habe ich jedem, der nur mal in eine Sammlung mit Volkssagen gelesen hat, schon viel zu viel verraten.

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