„The Diamond Killing“ erweist sich als unterdurchschnittliche PM-Produktion, die vor allem nach dem ersten Drittel stark nachlässt.
Natürlich muss es PM-typisch direkt zu Beginn erst mal flott rundgehen, sonst könnte sich ja noch jemand langweilen. Dieses Mal: Ein Überfall auf ein Juweliergeschäft, bei dem die Polizei einschreitet. Das Verhalten der Polizei hinterfragt besser nicht (von Gefährdung der Geiseln hat man wohl noch nie was gehört) und groß etwas für den Film bringen tut diese Szene auch nicht, aber immerhin wird recht blutig geballert und die Inszenierung ist OK.
Gestohlen hat die Diamanten der Gauner Jimmy (Michael Bailey Smith), der sie dem örtlichen Gangsterchef Victor Malta (Jorge Rivero) verkaufen will. Dieser betrachtet Diamanten jedoch als sein Monopol und hatte selbst einen Überfall geplant, weshalb es statt Knete aufs Maul für Jimmy und seine Truppe gibt. Doch gleichzeitig räumt das Gaunerpärchen Ellen (Traci Lords) und Charley (Phillip Troy Linger) im Auftrag einer Versicherung Maltas Diamanten aus seinem Safe ab. Diese beiden parallel spielenden Szenen sind sicherlich der Höhepunkt des Films und nehmen große Teile des ersten Drittels ein.
Das gefällt Malta natürlich gar nicht. Als Ellen und Charley die Steine mit Hilfe von Ellens Bruder Rick (Zach Galligan) auf eigene Faust verkaufen und damit die Versicherung hintergehen wollen, stehen seine Killer schon bereit. Charley wird erschossen, aber Ellen und Rick überleben. Gemeinsam wollen sie die Diamanten loswerden, während alle Welt ebenfalls dahinterher zu sein scheint...
Die Storys von PM-Filmen sind eh nie das Gelbe vom Ei, aber „The Diamond Killing“ ist hier besonders schwach. Zwischen dem ersten Drittel und dem Showdown passiert fast gar nichts und das Gerangel um Rache und die Diamanten präsentiert kaum Spannung und ein paar eher uninteressante Wendungen. Dabei ist das erste Drittel des Films ziemlich flott und relativ spannend geraten, aber nach Ablauf dieser Frist lassen sowohl Action als auch Spannung sehr auf sich warten.
Ebenfalls wenig überzeugend sind die Versuche von Subplots: Ellen hat Familienprobleme mit dem Bruderherz, ein Cop ist eigentlich ein heimlicher Verehrer usw. Interessiert bei einem B-Actioner nicht wirklich und ist auch nicht wirklich überzeugend eingebaut. Die Regie ist solide, aber im Drehbuch gibt es ein paar Logiklücken: So haut Ellen fast ihr gesamtes Geld kurz vor dem Showdown für Sprengstoff und (teurere) Uzis auf den Kopf – ohne letztere überhaupt einmal zu ziehen (stattdessen wird die kleine Pistole weiter benutzt).
Die Action bietet ein paar Prügeleien, einige Stunts sowie in erster Linie blutige Shoot-Outs. Leider ist die Action schlecht verteilt: Das meiste bekommt man im ersten Drittel geboten, nach dem Tod Charleys gibt es nur eine kurze Schießerei in der Mitte und den auch eher kurzen Showdown. Da hilft die ganz ordentliche Inszenierung nicht mehr soviel, zumal die Action zwar gut gemacht, aber nur teilweise wirklich spektakulär ist.
Traci Lords ist in den Kampfszenen überraschend agil, aber ihr Schauspieltalent ist sehr mäßig. Unter den restlichen Darsteller finden sich kaum bekannte Gesichter; lediglich Michael Bailey Smith hat eine kleine Rolle. Auch die Nebendarsteller agieren alle nur durchschnittlich.
Trotz eines gelungenen ersten Drittels und netter, aber zu weniger Actionszenen ist „The Diamond Killing“ nur unter dem Durchschnitt, da er zu langweilig ist.