Die Gebrüder Norris erinnern sich an „Mein Partner mit der kalten Schnauze“ und versuchen sich an Action für die ganze Familie.
Also braucht man schon mal einen Superköter als Identifikationsfigur für die ganzen Knirpse und der Wunderhund hier ist prädestiniert dafür: Rettet Babys im Alleingang aus brennenden Häusern, macht gerne Faxen wie Schals zerbeißen und ist dem Herrchen immer treu. Leider werden Hund und Herrchen bei Ermittlungen gegen eine Neonazi-Bande beide niedergeschossen, Herrchen stirbt, Hund überlebt. Kurze Trauerphase, aber bald ist der auf den Namen Einstein hörende Flokati wieder auf den Beinen.
Fehlt noch der menschliche Buddy und das darf natürlich niemand weniger sein als der härteste der Harten, der beste Cop, der natürlich keinen Partner will. Hier also Jake Wilder (Chuck Norris), dem man Einstein aufs Auge drückt, damit sie gemeinsam die Rassisten fassen. Dann geht es in Richtung Buddymovie, nur dass einer der Buddys eben ein Hund ist, der jedoch diverse Menschen an Schläue übertrifft.
Irgendwann raufen sich die beiden Männchen dann zusammen und kommen auf die Spur der Verbrecher, welche diverse White Power Organisation einen wollen, um einen besonders prägnanten Anschlag durchzuführen...
„Top Dog“ fällt in die familienfreundliche Phase Chuck Norris’, doch genau da liegt der Hund begraben: So wirklich zusammenpassen wollen die Bestandteile des Films nicht. Denn erschossene Cops und dergleichen beißen sich immer wieder mit den für Kinder bestimmten Szenen, wenn der Hund mal wieder achso lustige Streiche spielt oder auf einen (dramaturgisch komplett sinnlosen) Ausflug mit dem Enkel des Ermordeten geht. So ist der Humor auch weitestgehend kinderfreundlich und dementsprechend simpel, nur gelegentlich sorgt die Rivalität von Cop und Köter auch mal bei älteren Semestern für Schmunzeln.
Immerhin ist mit Aaron Norris ein relativ fähiger Regisseur an Bord, der das Geschehen immer recht locker-flockig runterreißt, denn das Script an sich gibt nicht viel her. Große Ermittlungsarbeit leistet das dynamische Duo nämlich kaum, die meisten Hinweise liefern die Übelwichte nämlich selbst, wenn sie sich an der Grenze erwischen lassen oder missglückende Mordanschläge auf Jake und Einstein verüben. Insofern kommt da gar nicht erst groß Spannung auf, doch immerhin recht flott inszeniert ist das Geschehen dann doch.
Und tatsächlich hält sich „Top Dog“ mit einigen Schauwerten über Wasser. Gerade die paar Autostunts und Explosionen des Films sind überraschend aufwändig, auch die Schießereien nicht ganz ohne, wenngleich natürlich familienfreundlich mit niedrigem Bodycount. Gelegentlich gibt es dann auch Haue und da kann man ein paar nette Nahkämpfe beobachten, in denen der Protagonist dann seinen Können unter Beweis stellen darf.
Ebenfalls recht gut sind die Tiertricks, denn der Hund scheint tatsächlich zu spielen und ein paar Gesichtsausdrücke drauf zu haben. Damit läuft er direkt Gefahr Chuck Norris an die Wand zu spielen, denn der reißt mal wieder nur seine Rolle als cooler Typ runter und verzieht dabei kaum eine Miene, aber eine gewisse Ausstrahlung hat er schon. Den Rest vom Fest hat man schnell vergessen, egal ob Bösewicht, Cop-Kollege und Vorgesetzter – kein einziger kann sich einprägen.
Chuck Norris als Held für die ganze Familie, das war kein so geschickter Schachzug, denn für die Kleinen ist die Action wohl zu derbe, für die Großen der Humor zu kindisch. Immerhin inszeniert Aaron Norris ganz ordentlich, die Action ist OK und die Tiertricks besser, aber bei dem faden Script hilft das wirklich nur teilweise.