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Die Glanzzeit von Chuck Norris (Missing in Action, Invasion U.S.A.) liegt schon ein paar Jahre zurück, nun versucht der mehrfache Schwarzgurtträger auch das jüngere Publikum für sich zu gewinnen, schon der Versuch mit "Sidekicks" scheiterte. Dabei ist Bruder Aaron Norris kein schlechter Regisseur, was er besonders mit "Delta Force 2" und "Hitman" bewies, aber eben meist ein Opfer schlechter Drehbücher. Dabei orientierte sich Drehbuchautor Ron Awanson (Forest Warrior, Death Race - Renn um dein Leben) sehr am großen Vorbild "Scott & Huutch". Was dabei herauskam ist trotz PG-13 Rating alles andere als kingerecht, was allein die Thematik mit der "Weißen Übermacht" beweist.

Eigentlich ist Detective Jake Wilder (Chuck Norris) vom Dienst suspendiert, doch nun soll er den kaltblüten Mord an Lou Swanson (Carmine Caridi) aufklären. Doch an dem Fall arbeitet Wilder nicht allein, sondern er bekommt Lou´s Partner zugeschanzt. Der heißt Einstein und ist ein Polizeihund. Anfänglich hat das Duo Schwierigkeiten sich zusammenzuraufen, doch man kommt der rechtsextremistischen Zelle von Karl Koller (Peter Savard Moore) auf die Spur, welche ein großes Attentat am "Martin Luther King Day" plant. Wilder und Einstein bleibt nicht viel Zeit den Anschlag zu verhindern, doch da fällt Wilder plötzlich in die Hände der brutalen Terroristen.

Viel ist Swanson da nicht eingefallen, die Fieslinge stehen von Anfang an fest und nicht mal den obligatorischen Verräter in den eigenen Reihen hat man zu Stande gebracht. So konzentriert man sich lieber auf die Beziehung zwischen Jake und Einstein, nebst viel drumherum wie Jakes Besuche bei Mama, Matthew Swanson der gelegentlich vorbeikommt um Einstein zu besuchen, sowie Kollegin Savannah Boyette (Michele Lamar Richards) in die sich Jake immerhin nicht verknallen darf. Der eigentlichen Geschichte um Koller und seinem Partner Otto Dietrich (Kai Wulff) braucht man nicht viel Aufmerksamkeit schenken, denn die lässt sich in einem Satz zusammenfassen. Geplant ist ein großes Attentat, wozu man Sprengstoff und Waffen schmuggelt, dabei jedoch von der Polizei entdeckt wird. Richtig ernst nehmen kann man diese rechtextremistische Organisation aber nicht, auch wenn Otto in einer großen Halle irgendwelche Reden schwingt, oder man in der Abgeschiedenheit für den Anschlag trainiert. Die Operation ist von Beginn an zum Scheitern verurteilt, weil sich viele Mitglieder zu doof anstellen. Eigentlich liefern sie selbst Jake und Einstein die wichtigsten Beweise, oder lassen sich an einer Grenzkontrolle mit C4 und reichlich Waffen erwischen. Und dabei kann sich "Top Dog" nicht so recht entscheiden, in welche Richtung er geht. Der manchmal sehr kindgerechte Humor beißt sich nämlich mit dem zu ernsten Geschehen und leider kann der Humor auch diverse Lücken zwischen den Actionszenen nicht füllen.

Mit viel Glück ist hier mal ein Schmunzler drin, wenn sich Jake und Einstein zu Beginn noch bekriegen. Aber das alles hat man bei "Scott & Huutch" schon viel origineller gesehen, obendrein erscheinen Matthew sowie Savannah für die Handlung völlig unbedeutend. Dennoch darf es einige Actionszenen geben und hier vermag "Top Dog" ein wenig zu überraschen. Die Shootouts, Sachschäden und Kloppereien sind nicht von schlechten Eltern. Natürlich sollte man auf einen zurückhaltenden Bodycount eingestellt sein, doch einige schicke Explosionen und Norris Kampfkünste lassen immerhin dieses Element überdurchschnittlich wirken. Dabei hat Norris sogar mehrere Fights zu bestehen, auch mal gegen mehr als ein Dutzend Leute zugleich. Dabei konzentriert sich die Action aber auf die zweite Halbzeit, im Showdown darf es sogar richtig zur Sache gehen, inklusive der Entschärfung einer Bombe. Dennoch ist dazwischen oft Langeweile angesagt, besonders da es keiner richtigen Ermittlungen bedarf, um Koller und seine Truppe ausfindig zu machen. Bei den Darstellern, inklusive Norris, gibt es keinerlei Höhepunkte zu vermelden. Kämpfen kann er, aber schauspielern ist für Norris immer noch ein Fremwort, selbst Hund Einstein hat teilweise mehr Mimik und Gestik zu bieten.

Es mag sich zwar auf den ersten Blick so wirken, doch für Kinder ist "Top Dog" absolut nichts. Nicht nur aufgrund der Story mit der "Weißen Übermacht", sondern auch die Action ist teilweise ziemlich hart für das PG-13 Rating. Immerhin ein Grund für den erwachsenen Zuschauer, sich diesen Abklatsch zu Gemüte zu führen. Die Action kann sich sehen lassen, der Rest eher nicht.

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